Pharmabranche meldet für 2025 neue Rekorde
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HEALTH ECONOMY Redaktion 20.02.2026

Pharmabranche meldet für 2025 neue Rekorde

Trotz US-Preispolitik blicken die großen Pharmakonzerne positiv auf 2026. Das Vorjahr stärkt die Zuversicht.

•• Von Sabine Stehrer

Die Mehrheit der großen Pharmaunternehmen freut sich über Umsatzsteigerungen im vierten Quartal 2025. In Erwartung etlicher neuer Medikamente blicken einige zudem mit großem Optimismus auf das laufende Jahr 2026. Andere erwarten sich zumindest ein Anhalten des zuletzt erreichten Erfolgs. Und das, obwohl in den USA verfügte Preisregeln belasten, Profite aus dem Verkauf von Covid-Produkten zurückgehen und Patente auslaufen.
Zu jenen, die sich besonders optimistisch zeigen, zählt der Pharmaziebereich des US-amerikanischen Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. Dort habe man dank des guten Verkaufs eines Mittels gegen Leukämie und auch anderer Medikamente ein „überraschend starkes Quartalsergebnis“ erzielt, wie Finanzchef Joseph Wolk betont. Und das trotz der „Zwangsrabatte“ auf dem US-Markt, die zu Einbußen von „Hunderten Millionen US-Dollar“ geführt hätten. Mit seinem Ziel, 2026 einen Umsatz von bis zu 100,5 Milliarden USD zu erreichen, übertrifft der Gesundheitskonzern ebenfalls alle Erwartungen.

Wegen der „starken kommerziellen Entwicklung in allen Therapiebereichen und Fortschritten in der Pipeline“, wie es Konzernchef Pascal Soriot formuliert, zeigt man sich auch bei AstraZeneca optimistisch. Das britische Unternehmen verfüge nach 16 positiven Phase-3-Studien über ebenso viele Blockbuster-Medikamente, und rechne mit einer weiteren Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Prozentbereich, heißt es seitens des Konzernchefs weiter. Abnehmmedikamente waren 2025 die Blockbuster beim US-Pharmahersteller Lilly. Dort sei das Schlussquartal „überraschend stark“ verlaufen, und über das gesamte Jahr habe man mit 20,6 Mrd. USD fast doppelt so viel wie im Jahr davor verdient. Für das Jahr 2026 peilt man dem Unternehmen zufolge nun an, „weiter viele Patienten zu erreichen“.

Das Jahr besser abgeschnitten als gedacht hat auch der britische Pharmakonzern GSK. Zurückzuführen sei das auf das gute Geschäft mit Krebsmedikamenten und neuen Arzneien. Für 2026 rechne man mit einer Fortsetzung der positiven Dynamik. Das tut man auch bei Roche Pharma in der Schweiz, wo auf Fortschritte in der Medikamenten-Entwicklung und neue Medikamente bei Brustkrebs und Multipler Sklerose gesetzt wird. Ebenfalls dank neuer Medikamente und nach einem starken Schluss 2025 blickt der französische Pharmakonzern Sanofi positiv auf das laufende Jahr. Aufgrund starker Verkäufe im abgelaufenen Quartal tut das auch der US-Biotechkonzern Amgen.

Gemischte Gefühle
Einige weitere Unternehmen blicken mit gemischten Gefühlen in die nahe Zukunft. Zwar habe man dank eines Krebsmittels, das sich als Verkaufsschlager erwies, 2025 Umsatz und Gewinn gesteigert. Wegen auslaufender Patente stelle man sich jedoch auf ein schwieriges Jahr 2026 ein, teilt der US-Pharmakonzern Merck & Co mit. Da die Nachfrage nach Covid-Impfstoffen einbrach, hatte der US-Impfstoffhersteller Moderna zuletzt finanzielle Schwierigkeiten. Doch laut einer Mitteilung arbeitet man an neuen Produkten auf der Basis der mRNA-Technologie, um deren langfristige Lebensfähigkeit zu beweisen, und erwartet daher für 2026 ein Umsatzwachstum von zehn Prozent. Trotz des Blockbuster-Potenzials eines neuen Blutverdünners zögert der deutsche Großkonzern Bayer mit Prognosen zum Spitzenumsatz. Als Grund dafür gab man an, durch Nachahmermedikamente unter Druck zu stehen.

Düsterer Ausblick
Rote Zahlen schrieb der US-Pharmakonzern Pfizer Ende 2025 wegen Rückgängen bei Corona-Mitteln. Und auch für 2026 werden Verluste bei Umsatz und Gewinn erwartet. Niedrige Preise in den USA und das Auslaufen von Patenten auf den Wirkstoff Semaglutid außerhalb der USA nannte Novo Nordisk als Grund für seinen düsteren Ausblick auf 2026, mit dem der dänische Konzern die Anleger schockte.

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