••• Von Sabine Stehrer
WIEN. Im Interview mit medianet erzählt die Wiener Radiologietechnologin Jasmin Roopra-Pfeffer, warum sie sich nach vielen Jahren im Wiener AKH selbstständig machte und was sie mit ihrem Unternehmen anbietet.
medianet: Sie haben 15 Jahre lang als Führungskraft an der Universitätsklinik für Radiologie des Wiener AKH gearbeitet. Warum sind Sie von dort weggegangen?
Jasmin Roopra-Pfeffer: Ein Weglaufen war es nicht. Ich wollte einfach etwas Neues ausprobieren, wollte neue Strukturen haben. Und das habe ich nun, indem ich mit meinem Team und meiner Firma ‚The Scan Remote & Service Flex Co‘ viele Problemlösungen für den Bereich der Radiologietechnologie anbiete.
medianet: Welche sind die drei größten Probleme in diesem Bereich?
Roopra-Pfeffer: Das sind der Fachkräftemangel, die Verunsicherung beim Thema Digitalisierung und die Dienstzeiten beziehungsweise der Wunsch vieler, in Teilzeit arbeiten zu können oder 40 Stunden ohne Überstunden.
medianet: Wie kann das Problem Fachkräftemangel gelöst werden?
Roopra-Pfeffer: Es gibt viele Faktoren, die dazu führen. Einer davon ist das Pendeln, das oft schlecht mit familiären Verpflichtungen zu vereinbaren ist. Geht es gar nicht mehr, wird gekündigt. Diese Ursache für den Fachkräftemangel kann ich mit meiner Firma beseitigen, denn wir bieten Homeoffice-Lösungen für Radiologietechnologen an. Eine weitere Ursache für den Mangel in der Radiologietechnologie ist, dass wie in anderen Gesundheitsbereichen auch die Babyboomer in Pension gehen und mit ihnen ihre Expertise und ihr Wissen. Radiologietechnologen führen eigenverantwortlich alle bildgebenden radiologischen Verfahren durch. Sie sind auch in der interventionellen Radiologie, in der Nuklearmedizin und in der Strahlentherapie tätig. Da braucht es lange Einschulungen durch erfahrene Radiologietechnologen, die aber wegen der Pensionswelle fehlen. Mit meiner Firma biete ich auch Schulungen für Radiologietechnologen an, und, dass sie sich bei Fragen direkt an uns wenden können.
medianet: Als zweites Problem haben Sie die Digitalisierung genannt. Warum?
Roopra-Pfeffer: Die Digitalisierung verursacht Angst, weil befürchtet wird, dass durch sie Leute wegrationalisiert werden. Wir können diese Verunsicherung nehmen, weil wir wissen, welche Tools nützen und wie sie am besten implementiert werden.
medianet: Wie sieht Ihre Lösung in Sachen Dienstzeiten aus?
Roopra-Pfeffer: Viele wollen sich sicher sein, dass sie sich um ihre Kinder kümmern können, wenn sie zu Hause sind und nicht wieder zur Arbeit gerufen werden, weil jemand ausgefallen ist. Auch das lässt sich mit unserem Remote-Modell lösen. Jemand anderer kann im
Homeoffice die Arbeit übernehmen.
medianet: Reicht für dieses Homeoffice ein Laptop aus?
Roopra-Pfeffer: Da werden ein sehr leistungsstarker Laptop benötigt und zusätzlich drei Bildschirme, um frühere radiologische Bilder und Befunde einsehen zu können und auch die Patientendaten und dabei noch mit den Kollegen vor Ort kommunizieren zu können. Außerdem nötig ist eine sehr gute Internetverbindung.
medianet: Würden Sie jungen Leuten dazu raten, Radiologietechnologie zu studieren?
Roopra-Pfeffer: Auf jeden Fall. Ich habe das mit der Mission getan, Menschen helfen zu wollen. Zugleich wollte ich viel mit Technik zu tun haben, und da ist der Beruf der Radiologietechnologin dann ja ideal.
