Noch mehr Power
© ESA/D. Ducros
Die europäische Trägerrakete Ariane 6 ist erstmals in ihrer stärksten Konfiguration abgehoben – für Amazon.
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 27.02.2026

Noch mehr Power

WIEN. Am 12. Februar 2026 war es soweit: Die europäische Trägerrakete Ariane 6 ist mit Maximalpower in den Weltall aufgebrochen und hat zum ersten Mal vier statt bislang zwei Booster verwendet. Die Booster geben beim Start einen Extraschub. Der Start erfolgte vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana (Südamerika). Transportiert wurden erstmals Internetsatelliten des Technologiekonzerns Amazon.

Die Ober- und Unterstufe der Rakete ist mit heimischer Expertise ausgestattet, denn verwendet wird eine Hochtemperaturisolation von Beyond Gravity, Österreichs größtem Weltraumzulieferer mit Sitz in Wien-Meidling. „Hochtechnologie aus Österreich trägt entscheidend zum zuverlässigen Zugang Europas zum Weltraum bei und ermöglicht die Umsetzung des weltumspannenden Internetsatellitennetzwerks von Amazon,“ erklären Kurt Kober und Wolfgang Pawlinetz, die beiden Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria. „Unsere Hochtemperaturisolation made in Austria schützt die Raketenantriebe vor Temperaturen von bis zu 1.500 Grad Celsius – also Hitze, bei der Eisen bereits zu schmelzen beginnt“, erläutert Geschäftsführer Pawlinetz und Leiter des Geschäftsbereichs Thermal und Mechanismen.

Für die Ariane 6 lieferte Beyond Gravity Austria außerdem einen Kardan-Mechanismus für die Raketenoberstufe. Der Mechanismus sorgt für die genaue Ausrichtung des Triebwerks. In der Konfiguration mit zwei Boostern startete die Trägerrakete Ariane 6 bislang fünfmal, zuletzt Mitte Dezember.

32 neue Internetsatelliten
Die Rakete Ariane 6 hat 32 Amazon Leo-Internetsatelliten – früher bekannt als Projekt Kuiper – transportiert. Dieser Flug war der erste in einer Reihe von 18 geplanten Starts der Ariane 6 für die Internetsatellitenflotte des Technologiekonzerns. In einer ersten Ausbaustufe sind mehr als 3.200 Internetsatelliten von Amazon geplant, verteilt auf 98 Umlaufbahnen in 590, 610 und 630 km Höhe. Aktuell befinden sich mehr als 150 Amazon-Satelliten im Weltraum. Das Netzwerk soll Schulen, Krankenhäusern, Unternehmen und staatlichen Einrichtungen in unterversorgten Gebieten zugutekommen und langfristig die digitale Kluft überbrücken. (hk)

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