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Ein Fest für alle Fans von IWC © IWC (5)

Von 1884 bis 1890 baute IWC bereits Digital-Uhren. Optisch gleicht die Neuauflage zum Jubiläum dem Vorbild, die anspruchsvolle Mechanik wurde aber komplett neu entwickelt.

© IWC (5)

Von 1884 bis 1890 baute IWC bereits Digital-Uhren. Optisch gleicht die Neuauflage zum Jubiläum dem Vorbild, die anspruchsvolle Mechanik wurde aber komplett neu entwickelt.

britta biron 23.03.2018

Ein Fest für alle Fans von IWC

Die Schaffhausener Uhrenmarke feiert ihr 150jähriges Bestehen mit einer umfangreichen Jubiläumskollektion.

Schaffhausen. Runde Jubiläen im dreistelligen Bereich sind gerade in der Uhrenbranche keine Seltenheit – heuer sind es nicht weniger als fünf. H. Moser & Cie ist 190, Jaeger leCoultre 185, Omega 170, Minerva (siehe unten) 160, und auf 150 Lenze bringt es die International Watch Company (IWC), die das Ereignis – im Gegensatz zu den anderen Jubilaren – mit ordentlichem Rummel begeht.

Statt mit nur einem besonders exquisiten und möglichst vielen und außergewöhnlichen Komplikationen bestücktem Sondermodell den Anlass zu feiern und die Gemeinde der Uhrenfreunde zu erfreuen, ist es gleich eine ganze Kollektion von 27 Limited Editions aus den Serien Portofino, Da Vinci, Portugieser und Pilot.
„Wir haben Ikonen aus den vergangenen Jahren aufgegriffen und unter dem Dach eines einheitlichen und zeitlosen Designcodes zusammengefasst”, so IWC-CEO Christoph Grainger-Herr zur Philosophie hinter der Jubiläumskollektion.
Dass die Klassiker Aquatimer und Ingenieur nicht vertreten sind, hat zwei Gründe: Beide sind sportlich, und bei besonderen festlichen Anlässen sind halt elegante Uhren die erste Wahl. Außerdem wurde die Ingenieur-Familie erst im Vorjahr komplett neu überarbeitet.

Digitale Innovation

Ein besonderes Schmankerl – und Hinweis darauf, dass man bei IWC der Zeit immer wieder einmal voraus ist – ist die Neuinterpretation einer digitalen Uhr, die zwischen 1984 und 1990 produziert wurde und auf der vom Salzburger Uhrmacher Josef Pallweber erfundenen Sprungziffer-Uhr basierte. Optisch liegen die neuen Modelle – eine Armbanduhr und eine Taschenuhr – sehr nah an der historischen Vorlage. Minuten und Stunden werden über rotierende Scheiben angezeigt, die Sekunden per Zeiger auf einem Hilfs­zifferblatt.
„Wir ­haben eine von Grund auf neue, zum Patent angemeldete Lösung für das technisch anspruchsvolle Bewegen der Anzeigenscheiben entwickelt”, erklärt Christian Satzke, Projektmanager in der Werkentwicklung bei IWC. In den historischen Pallweber-Werken wurden die Anzeigenscheiben von Zahnrädern mit unterbrochenen Verzahnung bewegt. Trat eine Lücke auf, wurde die Kraft aus der Zugfeder direkt auf den Schaltstern der 1er-Minutenscheibe gelenkt. Diese Bauweise hatte jedoch Schwankungen in der Schwingungsweite der Unruh zur Folge, machte die Werke anfällig für Verschleiß und durch den hohen Energieverbrauch war auch die Gangreserve recht niedrig.
Das aus 290 Einzelteilen bestehende, neue Manufakturkaliber 94200, in dem fünf Jahre Entwicklungszeit stecken, entkoppelt die Anzeigenscheiben vom eigentlichen Gang der Uhr durch zwei separate Räderwerke mit jeweils einem eigenen Federhaus.
„Weil das Schalten der Anzeigenscheiben den Kraftfluss bis zur Unruh praktisch nicht mehr tangiert, können wir einen präzisen Gang und eine Gangreserve von 60 Stunden gewährleisten”, sagt Satzke und weist auf das typische Klick-Geräusch hin, das – ebenso wie bei den alten Modellen – bei jeder neuen Stunde ertönt und das man bewusst beibehalten hat, obwohl es heute technisch hätte beseitigt werden können: „Es erinnert daran, dass hier eine komplexe Mechanik am Werk ist. Und eine mechanische Digitaluhr ohne Batterie ist heute nicht weniger verblüffend als eine Uhr ohne Zeiger 1884.”

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