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73. Golden Globes: "The Revenant" und "Der Marsianer" gewinnen Hubert Boesl / dpa / picturedesk.com

Leonardo DiCaprio

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Leonardo DiCaprio

Redaktion 11.01.2016

73. Golden Globes: "The Revenant" und "Der Marsianer" gewinnen

Leonardo DiCaprio holte dritten Globe - Brie Larson, Kate Winslet und Sylvester Stallone mit Darstellerpreisen geehrt.

Hollywood. Das Überlebensdrama "The Revenant - Der Rückkehrer" und das Weltraumabenteuer "Der Marsianer - Rettet Mark Watney" haben am Sonntag in Los Angeles die Hauptpreise bei der 73. Verleihung der Golden Globes gewonnen. Beide Filme gehen nach einem Abend voller Überraschungen und spitzer Bemerkungen von Moderator Ricky Gervais gestärkt ins Oscar-Rennen.

Das in den 1820er-Jahren angesiedelte Werk "The Revenant" erhielt bei der Gala-Show im Beverly Hilton Hotel drei Preise, darunter in der Königskategorie "Bestes Filmdrama", in der "Carol" und "Spotlight" als Favoriten gegolten hatten. Der Verband der Auslandspresse würdigte zudem den Mexikaner Alejandro Gonzalez Inarritu als besten Regisseur und Hollywoodstar Leonardo DiCaprio als besten Hauptdarsteller in einem Drama. Der 41-Jährige spielt in dem Film einen Pelztierjäger, der in der verschneiten Wildnis ums Überleben kämpft, und brachte sich mit seinem mittlerweile dritten Golden Globe in Oscar-Stellung.

Beide beteuerten auf der Bühne, dass dies der härteste Dreh ihres Lebens gewesen sei. "Wir haben uns durch eisige Kälte und schwierige Bedingungen gekämpft, aber wir alle in diesem Raum wissen, dass Schmerz temporär und ein Film für die Ewigkeit ist, also wen kümmert's?", sagte Inarritu, der im Vorjahr mit "Birdman" Oscars für den besten Film und die beste Regie holte. DiCaprio erhielt bei seiner Würdigung stehende Ovationen von seinen Kollegen im Saal und widmete seinen Award indigenen Völkern weltweit. "Es ist an der Zeit, dass wir eure Geschichte anerkennen und euer Land vor unternehmerischer Ausschlachtung schützen", so der Schauspieler und Umweltaktivist.

Überraschung bei Damen

 Als Favorit war das Melodram "Carol" über eine lesbische Liebe nach der Romanvorlage von Patricia Highsmith mit fünf Nominierungen in die Verleihung gegangen, ging jedoch völlig leer aus. Auch die Anwärter "Spotlight", "The Danish Girl" und "The Big Short" blieben auf der Strecke. Erfolgreich war indes Ridley Scotts Film "Der Marsianer", der als beste Komödie ausgezeichnet wurde und Matt Damon einen Preis als besten Komödien-Hauptdarsteller einbrachte. "Ich habe so viele Filme gedreht, für die sich niemand interessiert hat. Einen Film zu machen, der Menschen so gut gefällt - das ist der Verdienst von Ridley Scott", sagte Damon in seiner DankesredeBei den Damen stach ein Nachwuchstalent Filmgröße Cate Blanchett ("Carol") aus, wurde doch Brie Larson für ihre Rolle im Indie-Drama "Room" mit einem Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einem Drama geehrt. Die 26-jährige Kalifornierin verkörpert in der irisch-kanadischen Produktion eine Frau, die mit ihrem kleinen Sohn über Jahre gefangen gehalten wird. Ihren bereits dritten Globe gewann indes Jennifer Lawrence, die mit ihrer Hauptrolle als "Miracle Mop"-Erfinderin in der Komödie "Joy - Alles außer gewöhnlich" Kollegin und Freundin Amy Schumer ("Dating Queen") ausstach. In ihrer Rede sang die 25-Jährige ein Lobeslied auf Regisseur David O. Russell, mit dem sie schon mehrmals zusammengearbeitet hat: "David, ich will, dass wir nebeneinander begraben werden, das will ich wirklich!"

Kate Winslet konnte indes sichtlich überrascht ihre bereits vierte Golden-Globe-Trophäe entgegen nehmen - als beste Nebendarstellerin im Film "Steve Jobs", für den Aaron Sorkin den Preis für das beste Drehbuch erhielt. Als bester Nebendarsteller wurde Sylvester Stallone für seine Rückkehr als Box-Veteran Rocky Balboa in "Creed - Rocky's Legacy" ausgezeichnet. Der 69-Jährige erhielt stehende Ovationen und dankte auf der Bühne seinem "imaginären Freund" Rocky, der zugleich "der beste Freund ist, den ich je hatte"

Seine Familie holte Denzel Washington auf die Bühne, der mit dem Cecil B. DeMille Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Zum besten Animationsfilm wurde der Pixar-Film "Alles steht Kopf" gekürt, bester fremdsprachiger Film ist das ungarische KZ-Drama "Son of Saul" von Laszlo Nemes.

Newcomer siegreich

In den TV-Kategorien hatten Newcomer in den Königskategorien die Nase vorne. "Mr. Robot" über einen jungen Programmierer mit Persönlichkeitsstörungen wurde als beste Drama-Serie ausgezeichnet, Christian Slater erhielt als titelgebender "Mr. Robot" den Preis als bester Nebendarsteller. Zwei Preise heimste auch die Amazon-Produktion "Mozart in the Jungle" ein - als beste Comedy-Serie und für Hauptdarsteller Gael Garcia Bernal. Jon Hamm wurde für seine kultige Rolle des Werbetexters Don Draper in der letzten Staffel von "Mad Men" ebenso mit einem Preis gewürdigt wie Popstar Lady Gaga für die Miniserie "American Horror Story: Hotel". Die 29-Jährige bekannte auf der Bühne, dass sie ursprünglich immer Schauspielerin und nicht Sängerin werden wollte.

Moderiert wurde die Show vom britischen Komiker Ricky Gervais, der diese Aufgabe schon von 2010 bis 2012 innehatte. Auch bei seinem vierten Einsatz als Gastgeber nahm sich der 54-Jährige kein Blatt vor den Mund und begrüßte die anwesenden Stars in seinem Eröffnungsmonolog sogleich als "widerlichen, Pillen schluckenden, sexuell abwegigen Abschaum". Nach der Gala werde er sich verstecken - und zwar dort, "wo nicht mal Sean Penn mich finden kann", so Gervais in Anspielung auf das heimliche Treffen von Penn mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman.

Die Golden Globe Awards sind die wichtigsten Film- und Fernsehpreise nach den Oscars respektive den Emmys und werden von den rund 90 internationalen Journalisten der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) vergeben. Ihre Entscheidungen werden gerne als Indikatoren für die Oscars hergenommen, deren Nominierungen am Donnerstag verkündet werden. Mit Hubert Saupers Doku "We Come As Friends" und Patrick Vollraths Kurzfilm "Alles wird gut" haben auch zwei österreichische Produktionen Chancen auf Nominierungen. (APA/dpa/Reuters) -

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