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Ars Electronica - Sommerer 2: Wenig Medienkunst in Sammlungen © APA / Ulli Engleder
© APA / Ulli Engleder

Redaktion 27.08.2019

Ars Electronica - Sommerer 2: Wenig Medienkunst in Sammlungen

Gallery Space als Verbindung zwischen zeitgenössischer und Medienkunst

LINZ. Seit 2017 bereichern die Gallery Spaces das Ars Electroncia Festival. Sie sind in den riesigen Kellerräumen der PostCity untergebracht und präsentieren internationale Medienkunstsammlungen und Galerien. 2016 begann alles mit einem Symposion im Lentos "Media Art and the Art Market", zu dem Ars-Electronica-Chef Gerfried Stocker geladen war.
Er hatte die Idee, diesen Aspekt zur Ars Electronica zu holen, und im Jahr darauf folgte der erste Gallery Space mit 16 Galerien und zwei Diskussionsrunden im Keller des Postgebäudes. Wurden da die relevanten Leute noch zum Kommen überredet, mussten heuer bereits Absagen verteilt werden, und auch Sammler hätten sich angesagt, erzählte Festivalleiter Martin Honzik.

Viele Galerien seien mit der Medienkunst gar nicht so vertraut, berichtete Sommerer, "die kommen zur Ars und schauen sich das einmal an, entdecken das auch". Sie sieht die Gallery Spaces als Vehikel, um Medienkunst und Contemporary Art zusammenzuführen. "Das finde ich wichtig und gut, weil es für die Künstler nach dem Studium eine weitere Möglichkeit ist, Geld zu verdienen."

Sie wünsche sich noch ein Format zur Frage der Medienkunst-Archivierung, wie es das im ZKM Karlsruhe gebe. Dort sieht Sommerer die vielleicht beste Medienkunst-Sammlung weltweit. Sie kenne einzelne mutige Sammler, die sich auf Medienkunst konzentrieren, im halböffentlichen Bereich etwa die spanische "BEEP", während es in Österreich noch dünn bestellt sei. In Linz gebe es das Valie Export Center, darüber hinaus herrsche eine bizarre Situation, weil die Auffassung bestehe, Medienkunst mache ja eh die Ars Electronica. Dabei habe diese gar keine Sammlung. "Also das ist eine Lücke." Sie regte an, "ein paar Schlüsselwerke, die ohnehin schon da waren, zu behalten. Die Künstler wären interessiert". Womöglich liege es am Budget, vielleicht brauche es aber auch jemanden, der gezielt so eine Sammlung aufbaut.
Aus dem Lentos berichtete die stellvertretende Direktorin Elisabeth Nowak-Thaller, man habe sehr wohl Medienkunst in der Sammlung und sie würde auch immer wieder ausgestellt. Die ehemalige Direktorin Stella Rollig habe mit dem Ankauf begonnen, und die derzeitige Leiterin Hemma Schmutz würde dies fortführen. Über das Ausmaß konnte keine Auskunft gegeben werden.

In der Landesgalerie stehe der Oberösterreichbezug im Vordergrund, sagte Leiterin Gabriele Spindler, Medienkunst sei kein Schwerpunkt, aber "wir haben wichtige Werke von Valie Export" und seit 2017 die - gemeinsam mit der Ars Electronica - rekonstruierte Fassung von Waltraut Coopers "Klangmikado", das 1984 bei der Ars Electronica gezeigt wurde. "Die haben ja selber keine Sammlung", betonte auch Spindler. In der Landesgalerie gebe es noch ein paar Videoarbeiten, und einen Fotografieschwerpunkt.

Medienkunst sei im Vergleich zu zeitgenössischer Kunst "nicht wesentlich teurer", sagte Sommerer. Üblich sei, dass dem Käufer ein Screen mit einem Programm geliefert werde. "Wenn es nichts Interaktives ist, ist das ein Memory-Stick am Bildschirm, wenn es eine größere Installation ist, bekommt man das Interface dazu mit einem Manual und vielleicht noch eine zweite Kopie", erklärte Sommerer. Freilich sei das aufwendiger als ein Gemälde, aber machbar. Man müsse kein Computeringenieur sein, um das Kunstwerk in Gang zu setzen. (red)

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