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Auch GPA-djp kritisiert Tirol wegen profil-Ultimatum © APA/Helmut Fohringer

Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Barbara Teiber

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Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Barbara Teiber

Redaktion 20.05.2020

Auch GPA-djp kritisiert Tirol wegen profil-Ultimatum

Journalistengewerkschaft in der GPA-djp unterstützt Profil-Redaktion in der Causa Ischgl & Corona Berichterstattung.

WIEN. Die neueste profil-Geschichte in der Causa Ischgl und die darauffolgende Kritik des Landes Tirol an dem Nachrichtenmagazin sorgt für Nachwehen. Das Land Tirol hatte ja am Samstag auf die profil-Story, wonach ein Erlass des Gesundheitsministeriums von Ende Februar missachtet worden sei, scharf reagiert. Vom wiederholten Publizieren von verzerrten Darstellungen war die Rede, etwa in Bezug auf Stellungnahmen und Anfragebeantwortungen des Landes. profil wurde aufgefordert, die am Samstag veröffentlichte Stellungnahme des Landes "innerhalb von 24 Stunden auf seiner Homepage sowie in weiterer Folge im Printmagazin zu veröffentlichen".

Eine Vorgangsweise, die profil-Herausgeber Rainer scharf kontern ließ. "Tirol versucht, mit Drohungen Journalisten einzuschüchtern. Eine Administration, die halb Europa fahrlässig gefährdet hat – und gegenüber profil erklärte, sie hätte sich an den Erlass gehalten, den sie nun als nicht gültig darstellt", schrieb Rainer auf twitter.

Gewerkschaft schießt sich auf das Land Tirol ein
Nun hat sich auch die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) eingeschalten. „Die Versuche des Landes Tirol, die kritische Berichtserstattung des Nachrichtenmagazins Profil zur Causa Ischgl zu unterbinden darf nicht Schule machen. Wir brauchen gerade in diesen krisenhaften Zeiten Medien, die unabhängige und unbeeinflusst von politischen Interessen, ihrer Arbeit nachgehen können“, so die Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Barbara Teiber auf die ultimative Aufforderung des Landes Tirol an das österreichische Nachrichtenmagazin profil, dessen Berichterstattung zum Fall Corona & Ischgl zu ändern..

„Erst kürzlich ist Österreich im internationalen Ranking der Pressefreiheit erneut zurückgefallen. Mit großer Sorge nehmen wir wahr, dass es vermehrt Versuche gibt, auf die Berichterstattung von Medien Einfluss zu nehmen, Stichwort Message-Control. Auch sind Tendenzen zu erkennen, in einer auch für Medien schwierigen finanziellen Situation per Inseratenschaltung wohlwollende Berichterstattung zu befördern“, ergänzt der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp, Eike Clemens Kullmann.

"Presse- und Medienfreiheit bedarf entsprechender politischer Rahmenbedingungen, einer fairen und nachvollziehbaren Förderung sowie einer soliden ökonomischen und arbeitsrechtlichen Basis für unabhängigen Journalismus. Wir unterstützen die Profil-Redaktion, dem Druck von Seiten der Politik nicht nachzugeben und weiter für freie Berichterstattung zu sorgen“, so Teiber abschließend.

Auch Neos sprangen profil bei
Auch die Neso sahen in der Aufforderung Tirols an profil, eine Landes-Stellungnahme innerhalb von 24 Stunden zu publizieren, einen Einschüchterungsversuch. Herausgeber Christian Rainer ortete darin Drohungen gegenüber Journalisten.

Das Land erklärte hatte ja kürzlich gegenüber der APA erklärt, dass es sich bei der samstäglichen Stellungnahme lediglich um eine "Aufforderung zur Richtigstellung" handelte. So habe man dies auch formuliert. Als Klagsdrohung sei dies nicht zu werten.

Tirol bleibt bei seiner Position
Das Land Tirol zeigt sich hingegen uneinsichtig und bleibt bei seiner Kritik an profil. Die Verantwortlichen des Einsatzstabes des Landes hätten in der aktuellen Berichterstattung des Magazins die "Tatsachen- und Faktenlage verzerrt dargestellt" gesehen. Aus diesem Grund sei die Aufforderung zur "zeitnahen" Richtigstellung erfolgt. (apa/red)

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