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Auf dem Weg in die neue Arbeitswelt: New Work (er)leben © Wiesner-Hager

Laura Wiesner.

© Wiesner-Hager

Laura Wiesner.

Redaktion 12.05.2022

Auf dem Weg in die neue Arbeitswelt: New Work (er)leben

Wiesner-Hager beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie der zukünftige Pfad in Richtung „New Work“ aussehen kann.

SALZBURG. Das Thema New Work wurde kürzlich bei einem spannenden Wissenstransfer im Salzburger bluebird.space, einem der innovativsten New Work-Konzepte Österreichs, mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft näher beleuchtet. Laura Wiesner, Co-Geschäftsführerin von Wiesner-Hager, Daniel Rossgatterer, Geschäftsleiter von ACP Tekaef, und Patrick Berger, Lecturer und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhochschule Salzburg, gaben spannende Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven und lieferten Antworten, wie die Arbeitswelt der Zukunft aussehen und erfolgreich gelebt werden könnte.

Digitalisierung als Treiber für Veränderung
Während viele Unternehmen noch damit beschäftigt sind, die kurzfristigen Auswirkungen der Pandemie zu managen, stehen ihnen langfristig viele Veränderungen ins Haus. Die Coronakrise hat der Digitalisierung einen regelrechten Boost beschert. Denn auch zögerliche Arbeitgeber mussten auf Remote-Arbeit – die virtuelle Zusammenarbeit meist aus dem Homeoffice heraus – umsteigen.

„Remote-Arbeit hat bereits nachhaltig an Bedeutung gewonnen“, zeigt sich Laura Wiesner, Co-Geschäftsführerin der Wiesner-Hager Möbel GmbH, überzeugt. Mehr Remote-Zusammenarbeit erfordert auch ein Überdenken des räumlichen Angebots an Büroflächen. Wiesner geht davon aus, dass diese Entwicklungen längerfristig Büroflächen um mindestens zehn Prozent – in manchen Branchen auch deutlich mehr – schrumpfen lassen werden. Sie sieht eine Transformation weg vom klassischen „Mein-Schreibtisch-Denken“ hin zum ganzheitlich gedachten Büro. Zukünftige Bürokonzepte richten sich deshalb nach dem Prinzip des Activity Based Working: Den Mitarbeitern werden unterschiedliche Arbeitsorte zur Verfügung gestellt, die für ihre aktuelle Tätigkeit am besten geeignet sind.

„Für die Teamarbeit benötigen wir Coworking Units – offen, aber abgeschirmt und intelligent zoniert. Für das konzentrierte Arbeiten und das ungestörte Remote-Gespräch ziehen wir uns in sogenannte Silent Rooms zurück. Bei Hybrid-Meetings verwenden wir multimedial ausgestattete Kommunikationsräume, in die selbstverständlich auch virtuelle Gesprächspartner voll integriert sind“, fasst Wiesner die wichtigsten Raumtypen in einem zukünftigen New-Work-Umfeld zusammen.

Einblicke aus der Wissenschaft
Disruptive Veränderungen der Arbeitswelt, wie die Corona-pandemie, sowie mittel- und langfristige Entwicklungen, wie der demografische Wandel, Fachkräftemangel und neue „Arbeitsgenerationen“ haben einen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitswelt und somit auch auf den Arbeitsraum.

„Nicht nur der Arbeitsort verändert sich immer mehr zur freieren Gestaltung, sondern auch der Arbeitsraum entwickelt sich weiter. Es werden neue Anforderungen an Führung, Kommunikation und Kollaboration gestellt, welche durch den Arbeitsraum unterstützt oder sogar erst ermöglicht werden. So fordert beispielsweise der Trend zu offenen Innovationsprozessen einen entsprechenden kreativen Arbeitsraum ein, ganz im Sinne des Activity-Based Workings“, fasst Patrick Berger, Lecturer und wissenschaftlicher Mitarbeiter der FH Salzburg, zusammen. Ergänzend führt der leidenschaftliche „New Worker“ aus, dass jüngere Generationen, die in die Arbeitswelt drängen, einen attraktiven Arbeitsraum verlangen – weg vom Zellenbüro, hin zum flexiblen Arbeitsplatz.

„Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, führt für Unternehmen und Organisationen kein Weg an der aktiven und attraktiven (Um-)Gestaltung des Arbeitsraumes vorbei. Der Arbeitsraum bildet den Rahmen für organisationalen Erfolg und schafft Platz für Innovation, Zusammenarbeit und Kreativität“, so Berger abschließend.

ACP Tekaef lebt New Work
Wie das erfolgreich umgesetzt wird, hat ACP Tekaef bewiesen. Das 1994 gegründete Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Man suchte daher nach einem neuen Standort, der dem Wunsch nach einer New-Work-Arbeitsumgebung gerecht werden konnte; ein ehemaliges Betriebsgebäude in Hohenzell erwies sich als der perfekte Ort dafür. Während man die drei bestehenden Lagerhallen für die eigenen Zwecke adaptierte, entschied man sich für den Abbruch des alten Bürogebäudes. Das neue Bürogebäude wurde für 100 Mitarbeiter konzipiert, um ein weiteres Wachstum zu ermöglichen.

Ein Plan der voll aufging: „Ziel war es, ein New Work-Umfeld zu schaffen, das perfekt zu uns passt. Damit leisten wir einen enormen Beitrag zu unserem Employer Branding. Denn heutzutage suchen sich die Mitarbeiter die Unternehmen aus und nicht mehr umgekehrt. Nur wenn Marke, Unternehmenskultur und Büro-Location gut und authentisch zusammenspielen, ist man attraktiv als Arbeitgeber. Bei ACP Tekaef ist die Zielsetzung voll aufgegangen und wir spüren die positiven Auswirkungen: Seit der Umsetzung unseres New Work Bürokonzeptes hat sich die Anzahl der Initiativbewerbungen vervierfacht“, so Geschäftsleiter Daniel Rossgatterer.

Büros werden zu Kreativstätten
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der traditionelle Schreibtisch-Arbeitsplatz und insbesondere der klassische Stauraum stetig an Bedeutung verlieren. Vielmehr werden Büros zu Orten der Begegnung und des kreativen Miteinanders. Die Büro-Settings können je nach Unternehmenskultur unterschiedlich sein. Vom Working Café zur Bibliothek, von der Lounge bis zur spontanen Besprechungsinsel, von industriell-urbaner bis zu biophiler Gestaltung: Büros werden zu Kreativstätten für neue Arbeitsformen. Und Corona hat (unfreiwillig) zur Beschleunigung dieser Entwicklung beigetragen. (red)

 

 

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