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Chat-Affäre: Styria-Aufsichtsratschef: "Verunsicherung verständlich" und Radiodirektorin Ingrid Turnher: "Ich werde ganz sicher nicht rechtfertigen, was da passiert ist." © Bildagentur PantherMedia LDProd.jpg
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Redaktion 14.11.2022

Chat-Affäre: Styria-Aufsichtsratschef: "Verunsicherung verständlich" und Radiodirektorin Ingrid Turnher: "Ich werde ganz sicher nicht rechtfertigen, was da passiert ist."

In der ORF Talkrunde "Im Zentrum" wurde die Chat-Affäre und deren Folgen besprochen, Aufsichtsratsvorsitzender der Styria Media Group, Friedrich Santner: "Da sind Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen".

WIEN. "Da sind Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen", entschuldigte sich Friedrich Santner, Aufsichtsratsvorsitzender der "Presse"-Mutter Styria Media Group, am Sonntagabend in der ORF-2-Talkrunde "Im Zentrum" bei der Leserschaft. Anlass war das Bekanntwerden der Chat-Affäre, die am Freitag zum Rücktritt von "Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak geführt hatte. "Es ist verständlich, dass eine große Verunsicherung da ist", konzedierte Santner.
Zugleich verwehrte sich der Styria-Aufsichtsratschef gegen Pauschalurteile: "Es ist notwendig, ein bisschen differenzierter hinzusehen." Rainer Nowak sei ein hervorragender Journalist, der vieles geleistet, aber im konkreten Fall Rote Linien überschritten habe. Deshalb hätte er es vorgezogen, wenn Nowak nicht von sich aus zu diesem frühen Zeitpunkt die Entscheidung zum Rücktritt getroffen hätte, betonte Santner: "Ich hätte es vorgezogen, wenn wir eine ordentliche Untersuchung hätten machen können."

Auch ORF-Radiodirektorin Ingrid Thurnher äußerte sich als Diskutantin zum ebenfalls in dieser Woche erfolgten Rücktritt von ORF-TV-Chefredakteur Matthias Schrom im Zuge der Chat-Affäre: "Ich werde ganz sicher nicht rechtfertigen, was da passiert ist. Dass da eine Grenzüberschreitung passiert ist, muss man ganz klar verurteilen." Auch in diesem Falle gelte es zugleich mitzubedenken, dass Schrom von der Kollegenschaft sehr geschätzt und seine Arbeit stets als untadelig bezeichnet wurde. Dennoch gelte nun: "Glaubwürdigkeit ist unser höchstes Gut. Und wenn wir um die nicht mit klaren Maßnahmen und Regeln kämpfen, dann ist uns nicht zu helfen."
Hintergrund der Debatte ist ein Bericht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). In dem Bericht sind Chats von Rainer Nowak mit Thomas Schmid, dem damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, über eine mögliche Position in der ORF-Chefetage enthalten. Matthias Schrom wiederum tauschte sich 2019 als ORF 2-Chefredakteur in einem Chat mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zur inhaltlichen Ausrichtung der ORF-Berichterstattung und Personalwünschen der FPÖ aus.
(APA)

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