MARKETING & MEDIA
Die EU-DSGVO ist auch in Indien ein Thema © APA/AFP/Dibyangshu Sarkar

Beatrice Cox-Riesenfelder

© APA/AFP/Dibyangshu Sarkar

Beatrice Cox-Riesenfelder

Redaktion 20.02.2019

Die EU-DSGVO ist auch in Indien ein Thema

Beim diesjährigen IAA World Congress wurden unter anderem auch die Auswirkungen der in der EU beschlossenen DSGVO-Verordnung thematisiert.

KOCHI/INDIEN. Seit Montag dieser Woche treffen sich über 2.000 Kommunikationsexperten beim diesjährigen IAA World Congress im südindischen Kochi. Tagten zunächst nur die Experten und jagte eine Präsentation diverser nationaler IAA-Chapter die andere in einer eher kleineren Runde, ist ab heute bis Freitag die große Zusammenkunft, wo im großen Forum nicht nur diversen Keynote-Speakern zugehört, sondern via eigner IAA-App auch mit ihnen direkt und live auf die Bühne kommuniziert werden kann.

In einer kurzen Zwischenbilanz meint ORF-Enterprise-Geschäftsführerin Beatrice Cox-Riesenfelder, die auch den Posten des General Secretary im fünfköpfigen internationalen IAA Executive Committee bekleidet, gegenüber „medianet“ vor Ort am dritten Tag der Tagung: „Der hochkarätige und prächtige World Congress in Indien zeigt beeindruckend die Großzügigkeit des Bundesstaats Kerala und den Leadership-Status der IAA im Bereich Marketingkommunikation.“

DSGVO made in India
Und zu Beginn des heutigen Tages war aus dem Statement von Srinivasan K. Swamy, Chairman and World President IAA, ersichtlich, dass man sich in Indien mit ähnlichen Herausforderungen auseinandersetzen muss, wie etwa in Österreich beziehungsweise Europa, wenn es um die Frage geht, ob man beim Thema Datenschutz eher auf Selbstregulierung setzen soll, oder wartet, bis der Staat dann vermutlich viel strengere Regeln aufstellt. Konkret meint der IAA-Präsident dazu: „Konsumenten ist sicher besser durch Selbstregulierung geholfen, als durch strenge, überschießende staatliche Regulierung in der entgeltliche Kommunikation.“

Swamy warnte davor, die Möglichkeiten der Kommunikationsbranche einzuengen, denn dadurch gefährde man auch das Wachstum einer ganzen Industrie. „Gibt es diese Freiheit nicht, gibt es keine erfolgreiche Weiterentwicklung“, so Swamy.

Generell machte der im Oktober 2018 für zwei Jahre gewählte Präsident deutlich, dass auch durch die IAA ein Ruck gehen muss. So hat er nicht nur ein neues Logo für die IAA designen lassen, sondern meint konkret: „Es braucht nicht nur eine optische Veränderung, sondern auch eine signifikante inhaltliche Weiterentwicklung.“

Dies sei auch deshalb notwendig, weil die IAA gerade in Zeiten, in denen die Kommunikationsindustrie einer immer schnelleren Veränderung unterworfen ist, eine Art Kompass für die Branche sei soll. Und Swamy weiter: „In der immer komplexeren Welt der Marketingkommunikation kann die IAA helfen, den Wandel besser zu bewältigen.“

Insgesamt sei die IAA „die einzige Organisation, die alle Aspekte der Kommunikation vereint und die Stakeholder vertritt“, so Swamy weiter. Daneben möchte sich der IAA-Präsident auch noch um das Thema Ausbildung und Nachwuchs in der Branche kümmern beziehungsweise hier Impulse setzen.

Ein echter Guru mit Marketingwissen
Neben dem Auftritt des Präsidenten und eines einstündigen Vortrags des berühmtesten indischen Schauspielers Amitabh Bachchan, der durch Bollywoodfilme weltweit bekannt ist und zum Thema Marke sprach und darüber, dass es nicht nur um Absatz, sondern auch um die Verantwortung, die internationale und nationale Brands gegenüber der Gesellschaft und im Speziellen den Konsumenten gegenüber wahrnehmen müssen, war der Auftritt des berühmtesten indischen Gurus Sri Sri Ravi Shankar ein echtes Highlight des dritten Tages.

Fragte man sich bei der Durchsicht des Lineups zunächst, wie ein indischer Guru den Bogen zwischen Religion und Branding spannt, fasst es Shankar in einem einzigen Satz zusammen, der vieles verbindet und alles erklärt: „Was du nicht willst, dass man dir antut, dass tue du auch nicht deinem Konsumenten an.“ (Dinko Fejzuli)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL