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Die Krise eine Chance, wirklich?
Redaktion 15.05.2020

Die Krise eine Chance, wirklich?

Brauchen wir tatsächlich erst globale Krisen, um uns auf das Selbstverständliche zu besinnen?

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

 

ORIENTIERUNG. Bereits zu Beginn der 2000er-Jahre, als die Weltbevölkerung gut 6,2 Milliarden betrug (heute sind wir bei knapp 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde), ließ das UNHCR verlauten, dass man bereis damals Lebensmittel für gut 12 Milliarden Menschen produzieren würde – trotzdem hungerten Hunderte von Millionen.

Macht uns Corona besser?

Wie das damals ging und heute noch geht? Ein geringer Teil der Weltbevölkerung verschlingt und vergeudet einen Großteil der uns allen jährlich zur Verfügung stehenden Ressourcen. Aber nicht nur das! Mit unserem verschwenderischen Verhalten stürzen wir auch noch jene, die eben weit weniger als wir haben, mit unserem zerstörerischen Wirken ins Unglück, weil wir nicht nur ihre Ressourcen verbrauchen, sondern auch noch ihre Umwelt zerstören, um an jene Ressourcen zu kommen, die wir letztlich gar nicht brauchen. Kurz dachte man, es komme hier zu einem Umdenken, denn seit den Einschränkungen, bedingt durch Corona, geht zum Beispiel der Verkehr massiv zurück und es stellen sich nun plötzlich viele die Frage, ob man daraus nicht etwas lernen könnte?

Meine Hoffnung ist enden wollend

Ich sags gleich, ich glaube es nicht. Wenn man etwa nach Deutschland schaut, wo man verzweifelt versucht, einen zugegebenermaßen wichtigen Sektor wie die Autoindustrie mit Kaufprämien zu retten, dann verheißt das nichts Gutes; stattdessen sollte unter Umständen auch in andere Sektoren verstärkt investiert werden.

Ich glaube auch nicht, dass die Tendenz, nur aus Profitgründen, weil billiger, die Produktion diverser Güter (z.B. Schutzmasken, Impfstoffe, Textilien) weiter nach Asien zu verlagern, enden wird, denn sieht man auf die Straße, kann man endlos lange Schlangen von Menschen sehen, die vor den wiedereröffneten Shops warten, um sich endlich wieder billige Fetzen und andere Konsumgüter, hergestellt unter fragwürdigen Bedingungen, kaufen zu können – warum auch immer.

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