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„Die Stimmung ist derzeit sehr gut” © VMÖ
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Redaktion 04.10.2019

„Die Stimmung ist derzeit sehr gut”

Robert Sobotka spricht über die Herausforderungen und Entwicklungen der heimischen Marktforschung.

••• Von Sascha Harold

WIEN. Im Sommer feierte der Verband der Marktforscher sein 55-jähriges Bestehen. medianet nimmt das Jubiläum zum Anlass, um mit dem VMÖ-Vorsitzenden Robert Sobotka über das Erreichte und die Herausforderungen zu sprechen.

medianet:
55 Jahre Verband der Marktforscher – wie fällt das Resümee aus?
Robert Sobotka: Da stellt sich zunächst die Frage, was bedeutet Erfolg für einen Verband? Die Aufgabe des VMÖ ist es, Dienstleistungen für unsere Branche zu erbringen. Ich selbst bin seit fünf Jahren Vorsitzender des Verbandes der Marktforscher und kann in dieser Zeit auf sehr viele neue Leistungen verweisen, die der Verband seinen Mitgliedern bietet. Wir organisieren mehr als zehn Fachveranstaltungen pro Jahr, haben mit der VMÖ Akademie eine eigene Ausbildungsschiene für den Nachwuchs geschaffen und den VMÖ internationalisiert, indem wir die Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen Verbänden intensiviert haben und jedes Jahr auf der größten europäischen Messe für Marktforschung präsent sind.

medianet:
Wie haben sich die Anforderungen an den Verband mit der Zeit gewandelt?
Sobotka: Geändert haben sich vor allem die Methoden und Zugänge. Wir sind aber nach wie vor gefordert, unsere Kunden und Auftraggeber mit Informationen zu versorgen.

medianet:
Wie gelingt das?
Sobotka: Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Glaubwürdigkeit. Wir müssen den Kunden davon überzeugen, dass er uns zutraut, Antworten auf seine Fragen zu liefern, die auf validen Daten basieren.

medianet:
Wie hat sich die Marktforschung in den letzten Jahren verändert?
Sobotka: Die Marktforschung hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert und weiterentwickelt. Informationen über Märkte, Kundenfeedback und andere wertvolle Daten liegt heute in vielen Fällen bereits vor und müssen lediglich strukturiert und analysiert werden – Stichwort Big Data. Der zeitliche Druck in unserer schnelllebigen Gesellschaft hat sich auch auf die Marktforschung ausgewirkt.

medianet:
Beeinflusst das die Stimmung in der Branche?
Sobotka: Ich denke, die Stimmung in der Markt- und Meinungsforschung ist derzeit wieder sehr gut. Nachdem es in den letzten Jahren von vielen Kollegen die Befürchtung gab, dass die Digitalisierung zu deutlichen Umsatzrückgängen führen wird, kann ich nun konstatieren, dass dies glücklicherweise nicht der Fall ist.

medianet:
Was sind die künftigen Herausforderungen?
Sobotka: Die größte Herausforderung wird auch in den nächsten Jahren der technische Wandel sein. Wir müssen unsere Leistungen ständig an die Anforderungen des Marktes anpassen. Neue Kommunikationsmedien entstehen, die wir für unsere Befragungen nutzen müssen und anwenden werden. Hier steckt enormes Potenzial.

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