MARKETING & MEDIA
Endgültig angekommen
Redaktion 16.09.2022

Endgültig angekommen

Früher kam kaum ein Politiker zum VÖP-Heurigen, heuer kam sogar erstmals der Bundeskanzler.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

 

ETABLIERT. Der österreichische Kabarettist Klaus Eckl erzählt in einem seiner Stücke, wie sein Opa quasi als letzte technische Innovation noch den Reißverschluss akzeptiert hat. Als der Klettverschluss aufkam, soll er gemeint haben, „Des lern i nimma”.

So ähnlich muss das Gefühl bei einigen Politikerinnen und Politikern über die letzten Jahre gewesen sein, wenn es darum ging, bei Events der heimischen Privatsender Präsenz zu zeigen und mit der eigenen Anwesenheit die Bedeutung der Privatsender zu betonen.
So etwa auch beim traditionellen Heurigen des VÖP, dem Verband Österreichischer Privatsender, also der Standesvertretung, die jährlich zu einem urigen Get-together einlädt und rückblickend als jemand, der quasi von der ersten Stunde die Entwicklun dieses Events beobachten konnte, fällt auf, dass erst über die Jahre die Präsenz wichtiger Bundespolitiker – vor allem jener, die ressortzuständig waren – zugenommen hatte.
Ähnlich übrigens auch die Entwicklung der Präsenz von diversen ORF-Vertretern. War es am Anfang vermutlich noch verpönt, sich dort zu zeigen – ich kann mich, bei anderen Events, noch an Szenen erinnern, bei denen ORF-Leute Fotografen baten, sie nicht mit Vertretern der privaten Konkurrenz zu fotografieren –, ist es heute Gott sei dank selbstverständlich, dass auch die ORF-Spitze zu so einem Event der Privatsender kommt.

Annäherungs-Politik

Auch seitens der Politik machen mittlerweile von diversen Nationalradtsabgeordneten, Mediensprechern, Ministerinnen und Ministern, Parteichefs bis hin zu Bundeskanzler heutzutage alle den Privaten ihre Aufwartung.

Insgesamt ein erfreuliches Bild, dass sich zum einen trotz aller harten Konkurrenz das Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlich und Privat entspannt und zum anderen auch die Spitzenpolitik die wichtige Rolle und Bedeutung heimischer Privatsender durch ihre bloße Anwesenheit anerkennt. Denn Konkurrenz außerhalb der eigenen Grenzen gibt es ja noch genug.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL