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Es kommt nicht auf die Größe an © WKO
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Redaktion 12.05.2021

Es kommt nicht auf die Größe an

„Was Kunden wirklich wollen“ verrieten Auftraggeber beim ersten "Virtuellen Branchentalk" der Fachgruppe Werbung Wien.

WIEN. Weil Netzwerkveranstaltungen aufgrund des Corona-Lockdowns schon seit Längerem nicht möglich sind, startete die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien den „Virtuellen Branchentalk“. Auf Einladung von Fachgruppenobmann Jürgen Bauer verrieten Auftraggeber aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnung „Was Kunden wirklich wollen“. Moderiert wurde der Abend von Sigrid Neureiter-Lackner, Mitglied des Fachgruppenausschusses und „Erfinderin“ des neuen Formats.

„Es kommt nicht auf die Größe der Agentur an, sondern auf die Positionierung und den persönlichen Zugang“, sagte Barbara Bleier-Serentschy, Marketingleiterin der Volksbank Wien AG. Die Verantwortliche für sämtliche Marketingaktivitäten des Volksbanken-Verbundes brachte damit auf den Punkt, worin bei den Talkgästen vom Konzern bis zum Einzelunternehmen, vom Tourismusbetrieb bis hin zur Unternehmensberatung Einigkeit herrschte: Gewünscht sind nicht vorgefertigte Präsentationen, sondern ein individueller Zugang zu den Bedürfnissen des jeweiligen Kunden.

Das sieht auch Wolfgang Fuchs, geschäftsführender Gesellschafter der Siscon Unternehmensberatung, so. Er begleitet KMU in verschiedenen Phasen ihres Daseins. „90 Prozent der Faktoren, die über Erfolg oder Scheitern entscheiden, sind vom Management direkt beeinflussbar. Dazu gehört auch das Marketing“, ließ er im Virtuellen Branchentalk aufhorchen. Dienstleistern aus dem Bereich Werbung und Marktkommunikation rät er, ohne Vorurteile an ein Verkaufsgespräch heranzugehen. Oft würden sich gerade Unternehmen, denen man nicht so viel Potential zutraue, hervorragend entwickeln.

Querdenken ist gefragt
Neben dem persönlichen Zugang und einer offenen Herangehensweise ist auch Querdenken gefragt, verriet Andreas Purtscher, Direktor des Hotel Zeitgeist Vienna am Wiener Hauptbahnhof. So sorgte er im Vorjahr nach dem ersten Corona-Lockdown mit seinen Fensterkonzerten im Innenhof des Hotelgebäudes für Furore und einen weltweiten PR-Erfolg. Unterstützt wurde er dabei von einem EPU, das nicht auf Tourismus, sondern auf Kultur spezialisiert ist. „Ich wünsche mir ungewöhnliche Ideen und probiere gern auch etwas Neues aus“, so Purtscher.

Ungewöhnlich ist bei Kristina Purzners Einzelunternehmen „Lingeria Macchiato“ allein schon der Name. Dahinter verbirgt sich ein Damenwäschegeschäft in Wien-Neubau. Kamen sämtliche Marketingideen bisher von der Unternehmerin selbst, denkt sie nun im siebten Jahr ihres Bestehens daran, sich professionelle Unterstützung zu holen. „Ob Agentur oder EPU, mir ist es wichtig, dass jemand meine Ziele versteht. Dann kann ich mir gut vorstellen, mit externen Dienstleistern zusammenzuarbeiten“, sagte Purzner.

Nach dem Virtuellen Branchentalk trafen sich die Gäste mit den Teilnehmenden in Zoom-Breakout Rooms. Dort wurde der Austausch in Kleingruppen vertieft, erste Kontakte wurden geknüpft. Auch Jürgen Bauer, der den Abend bereits eröffnet hatte, fand sich ein und diskutierte mit den Teilnehmer. Sein Fazit: „Ob analog oder digital, uns ist es wichtig, unseren Mitgliedern die Möglichkeit zum Netzwerken miteinander, aber auch mit anderen Branchen zu geben. Mit dem neuen Format der Fachgruppe können wir dies nun unabhängig von aktuellen Corona-Regelungen oder anderen Einflussfaktoren tun.“ (red)

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