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Finale im Rechtsstreit um FIFA-WM zwischen "Krone" und "Österreich" apa_georg_hochmuth

Alexander Wrabetz, ORF

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Alexander Wrabetz, ORF

Redaktion 17.11.2015

Finale im Rechtsstreit um FIFA-WM zwischen "Krone" und "Österreich"

ORF-Chef Wrabetz sagte am Dienstag vor Handelsgericht als Zeuge aus.

Wien. Der Rechtsstreit um die Internet-Rechte für die Fußball-WM 2014 zwischen der "Kronen Zeitung" und der Gratiszeitung "Österreich" ging am Dienstag vor dem Handelsgericht Wien in die letzte Runde. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz trat als Zeuge auf, das Urteil in der Causa ergeht demnächst schriftlich.

Hintergrund der Auseinandersetzung: Der ORF hatte mit der Krone Multimedia GmbH einen vom Weltfußballverband FIFA abgesegneten, Lizenzvertrag abgeschlossen, womit diese berechtigt war, Spielszenen von der Fußball-WM auf Krone.at zu zeigen. Die Tageszeitung "Österreich" hatte eine solche Vereinbarung nicht, brachte auf ihrer Online-Seite oe24.at aber dennoch Ausschnitte der Matches. Die "Krone" klagte "Österreich" daraufhin beim Handelsgericht. "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner stützte sich vor Gericht auf das TV-Exklusivrechtegesetz, wonach Sendern ohne Exklusivrechten Kurzberichte erlaubt sind, und erklärte zugleich, dass ihm hochrangige ORF-Manager versichert hätten, dass oe24 im Rahmen des Kurzberichterstattungsrechts Video-Ausschnitte zeigen könne.

ORF-Chef Wrabetz wurde deshalb am Dienstag als Zeuge befragt. Dabei betonte der Generaldirektor, dass der ORF niemandem ein Recht auf Kurzberichterstattung einräumen, es aber auch niemandem verwehren könne, wenn die Rahmenbedingungen dafür erfüllt sind. Der ORF hatte laut Wrabetz auch nie die Absicht, Exklusivrechte zu vergeben, weil das den gesetzlichen Vorgaben widersprochen hätte. Der Grund, warum andere Medienhäuser keine Fußball-WM-Rechte erhielten, waren laut Wrabetz vielmehr versäumte FIFA-Fristen.

 Der ORF-Chef bestätigte vor Gericht auch Kritik der FIFA an der Art und Weise, wie oe24 die Video-Clips aufbereitet hatte, sowie an den Vermarktungsmaßnahmen des Medienhauses. Zugleich wies Wrabetz darauf hin, das die "Krone" die Lizenzgebühren für die Internet-Verwertungsrechte bisher noch gar nicht bezahlt habe und die Rechnung offen seien. Zuerst solle das Verfahren geklärt werden, räumte der ORF-Chef ein. Er habe zudem versucht, einen Vergleich zwischen "Krone" und "Österreich" zu vermitteln, der allerdings gescheitert sei. (APA)

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