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Gasfresser Papier © APA / AFP / Tobias Schwarz

In der Papierproduktion ist Gas noch nicht ersetzbar; Bild: die derzeit auf Eis gelegte Pipeline Nord Stream 2.

© APA / AFP / Tobias Schwarz

In der Papierproduktion ist Gas noch nicht ersetzbar; Bild: die derzeit auf Eis gelegte Pipeline Nord Stream 2.

Redaktion 11.03.2022

Gasfresser Papier

Papierindustrie verbraucht das meiste Gas in Österreichs Industrie: 2020 waren es 5,9 Terawattstunden.

WIEN. Der Preis für Erdgas explodiert in Europa. Am wichtigen niederländischen Handelspunkt TTF wurde zu Wochenbeginn eine Megawattstunde zeitweilig für 345 € gehandelt – ein Plus von 60%. Rund 40% des Erdgases in Österreich werden von der Industrie benötigt. In der Produktion etwa von Zement, Papier, Stahl, Glas oder Kunstdünger ist es derzeit noch nicht ersetzbar.

Die Papierindustrie braucht, gefolgt von der Chemieindustrie, das meiste Gas in Österreichs Industrie. Zusammen benötigen die beiden Sektoren mehr als ein Zehntel des gesamten österreichischen Gasverbrauchs von rund 90 Terawattstunden jährlich, wie aus Zahlen der Wirtschaftskammer und Statistik Austria für das Jahr 2020 hervorgeht.

Grüner Ersatz gesucht

2020 betrug der Energetische Endverbrauch bei Papier und Druck 5,9 Terawattstunden Gas, in der Chemie und Petrochemie waren es 5,1 Terawattstunden. Das sind 19,3 bzw. 16,7% des gesamten Gasverbrauchs im produzierenden Bereich. Der fossile Brennstoff soll gemäß den Klimazielen in diesem und im nächsten Jahrzehnt jedoch durch grünen Wasserstoff oder grünes Gas ersetzt werden.

Aufgrund der schon 2021 hohen Gaspreise wurde im vergangenen Jahr weniger Gas gespeichert als sonst. Im Gespräch ist jetzt ein Erdgasbevorratungsgesetz, das einen Füllstand von 80% vorschreiben soll.
Sollten die Liefermengen an russischem Erdgas gedrosselt werden, würde es im Laufe des Jahres zu Produktionsausfällen in einigen Bereichen der Industrie kommen, warnt auch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Die Wirtschaftskammer (WKÖ) stellte in diesem Zusammenhang inzwischen die Einführung des CO2-Preises mit 1. Juli 2022 infrage. (APA/bb)

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