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Gottes Werk und Twitters Beitrag
Redaktion 08.11.2019

Gottes Werk und Twitters Beitrag

Eine Hypothese kann nie bewiesen, wohl aber widerlegt werden. Aber wer sieht das so eng?

Leitartikel ••• Von Sabine Bretschneider

 

WORT ZUM FREITAG. Alle paar Jahre geistert es durch die Medien: Der Windows-Rechner kann nicht rechnen. 5+3×2 = 16, behauptet er. ‚Punkt vor Strich' gewährt das Traditionsprodukt, das weltweit 80 Prozent des Betriebssystemmarkts abdeckt, erst bei der Einstellung „wissenschaftlich”.

Apropos Wissenschaft. Derzeit trendet auf Twitter ein weiteres Thema: Trumps spirituelle Beraterin, deren bizarre Auftritte und Aussagen derzeit die Netzcommunity amüsieren. Oder irritieren – je nach persönlicher Toleranzschwellenhöhe. Das Weiße Haus sei heiliger Boden, sagt die TV-evangelikale Multimillionärin Paula White. Warum? Weil dort, wo sie wandle, auch der Herrgott mit unterwegs sei. Schlussfolgerung: Dem derzeitigen Insassen des White House zu widersprechen, fiele ihr niemals ein. Denn: „Wer Nein zu Trump sagt, sagt Nein zu Gott.” Es ist ein Argument, das bis dato keine gröberen Konsequenzen nach sich gezogen hat – gezielte Blitzschläge, Dürren oder Heuschreckenplagen – und sie immerhin dazu qualifiziert, einen offiziellen Posten im Stab des Präsidenten zu bekleiden.
Laut dem Public Religion Research Institute sind 76 Prozent der (weißen) Evangelikalen – in den USA die größte religiöse Gruppierung – mit Trumps Amtsführung zufrieden; 43 Prozent von ihnen vertreten den Kreationismus. (Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde – und zwar vor genau 6.023 Jahren.) Einer unter Evangelikalen und rechtsesoterischen Verschwörungstheoretikern verbreiteten These zufolge ist in den Strichcodes, mit denen Waren ausgepreist werden, die Zahl 666 enthalten. 666 oder – in Microsoft-Faktoren zerlegt – 330+3×2.
„Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt, aber ich denke, dass religiöse Prinzipien durchaus gültig sind” (Bill Gates).
Für alle, die gern weitermachen würden: 8:2 (2+2) ergibt 1? 16? Oder 42? Nachhilfe gibt’s auf Wikipedia und bei der New York Times:

https://www.nytimes.com/2019/08/05/science/math-equation-pemdas-bodmas.html

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