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Mit Marin Alsop wird erstmals eine Frau RSO-Chefin © APA/Adriane White

2019 wird erstmals eine Frau Chefdirigentin beim ORF Radio-Symphonieorchester: Marin Alsop.

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2019 wird erstmals eine Frau Chefdirigentin beim ORF Radio-Symphonieorchester: Marin Alsop.

Redaktion 29.01.2018

Mit Marin Alsop wird erstmals eine Frau RSO-Chefin

61-jährige US-Amerikanerin übernimmt den Posten der Chefdirigentin mit 1. September 2019.

WIEN. Mit Marin Alsop wird erstmals eines Frau den Chefdirigentenposten beim ORF Radio-Symphonieorchester übernehmen. Die 61-jährige US-Amerikanerin tritt ihren Posten mit 1. September 2019 an und folgt damit nach einem Jahr Übergangszeit Chef Cornelius Meister nach, der bereits ab Herbst Generalmusikdirektor in Stuttgart wird. Dies teilte der ORF am Montag mit. Alsops Vertrag läuft zunächst drei Jahre.

"Mit diesem Orchester verbindet mich einiges: Es teilt meine Begeisterung für eine ständige Erweiterung des Repertoires und für den Kontakt mit neuen Publikumsschichten", wird Alsop angesichts ihrer Vertragsunterzeichnung zitiert: "Es hat mich sehr berührt, dass es die Musikerinnen und Musiker selbst waren, die den Anstoß gaben, mit mir in Kontakt zu treten."

"Die Musikerinnen und Musiker des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien haben 2014 mit Marin Alsop in Wien konzertiert und sich jetzt klar und eindeutig für sie als neue Chefdirigentin ausgesprochen", unterstrich auch Orchesterintendant Christoph Becher: "Mir hat vor allem gefallen, wie ausführlich und leidenschaftlich wir beide uns über die Musik der Gegenwart ausgetauscht haben und welche große Bedeutung für sie Konzerte für Kinder und Jugendliche haben."

Die am 16. Oktober 1956 in New York geborene Alsop studierte in Yale und an der Juilliard School, bevor sie Ende der 1980er-Jahre ihre Karriere als Dirigentin startete. Als Mentor der zielstrebigen Künstlerin gilt der große Leonard Bernstein. Einen ersten Meilenstein in ihrer Laufbahn erreichte die New Yorkerin, als sie 2007 das Baltimore Symphony Orchestra übernahm, dem sie seither vorsteht; erstmals erklomm damit eine Frau einen der Chefposten der großen US-Klangkörper. Ihren dort bis 2021 laufenden Vertrag wird Alsop erfüllen. Überdies ist die US-Amerikanerin seit 2012 Chefdirigentin des Sao Paolo Symphony Orchestra, wobei ihr Vertrag hier 2019 ausläuft.

Neben dem RSO, bei dem sie 2014 ein Programm mit Mahler und Bernstein dirigierte, war Alsop etwa auch beim New York Philharmonic, der Chicago Symphony oder dem Los Angeles Philharmonic Orchestra als Gastdirigentin aktiv und führte Spitzeninstitutionen wie das Concertgebouw-Orchester, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder die Münchner Philharmoniker. Als erste Dirigentin zeichnete sie 2013 für die legendäre Londoner Last Night of the Proms verantwortlich - und wiederholte dieses Kunststück gleich 2015 und 2016.

Als ausgewiesene Expertin für das zeitgenössischere Musikschaffen, spielt Alsop heuer auch angesichts der 100-Jahr-Feierlichkeiten zum Geburtstag des verstorbenen Leonard Bernstein eine zentrale Rolle. So eröffnet die 61-Jährige den Bernstein-Schwerpunkt des London Symphony Orchestra, dirigiert "Mass" beim Ravinia Festival und tritt im Southbank Centre auf, wo sie Artist in Residence ist.

Ziel der Personalentscheidung sei gewesen, die internationale Reputation des RSO weiterhin zu stärken, unterstrich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der Alsop auf Vorschlag von Radiodirektorin Monika Eigensperger und Orchesterintendant Becher ernannte: "Für unser Orchester haben wir daher gezielt nach einer Dirigentenpersönlichkeit mit internationalem Renommee und großer Erfahrung gesucht."

Auch von den musikalischen Partnerorganisationen des RSO kam am Montag einhellige Zustimmung: "'Musik hat die Kraft, Leben zu verändern' - diese Sicht teilen die Wiener Konzerthausgesellschaft und ich aus vollster Überzeugung mit Marin Alsop, verbunden mit dem unablässigen Streben nach künstlerischer Exzellenz", gratulierte Konzerthaus-Chef Matthias Naske. Sein Musikvereinspendant Thomas Angyan sprach von einem großen Gewinn für das Orchester und die Musikstadt Wien: "Spannende Begegnungen mit innovativen Programmen abseits des Mainstreams sind zu erwarten." (APA)

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