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Neue Allianzen © APA/Georg Hochmuth

Ideen ORF General­direktor Alexan­der Wrabetz präzisiert seine medienstandortpolitischen Themen.

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Ideen ORF General­direktor Alexan­der Wrabetz präzisiert seine medienstandortpolitischen Themen.

Redaktion 28.09.2018

Neue Allianzen

Im Vorfeld der Österreichischen Medientage präzisiert der ORF die Pläne zur Stärkung des Medienstandorts.

WIEN. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat zum Auftakt des medienpolitischen Herbstes die Pläne und Vorstellungen des Öffentlich-rechtlichen bekräftigt.

Man wolle als „Motor” etwas zu „einem gelingenden Medienstandort beitragen”, versicherte er am Montag bei einem Hintergrundgespräch.

Förderfonds für Private

Wrabetz skizzierte erneut den Vorschlag eines „nationalen Produktions- und Förderfonds für private Medien”, gespeist aus zusätzlichen Steuermitteln via Digitalsteuer bzw. digitaler Betriebsstätte für internationale Online-Konzerne.

Alles, was aus dieser Richtung eingenommen würde, sollte „nicht ausschließlich ins Gesamtbudget” fließen, sondern der Medienbranche, „insbesondere” auch den Printmedien, zugutekommen.
Rechne man mit 100 bis 150 Mio. € und widme drei Prozent für diesen Zweck, „werden genug Mittel da sein”, meinte der ORF-General.
Bei der Arbeit an einer gemeinsamen Online-Vermarktungsplattform („Marketplace Austria”) sei man „ein gutes Stück vorangekommen”, berichtete Wrabetz. Ziel sei eine Kooperation „aller österreichischen Inhalteanbieter, die im Online-Bereich relevant sind”.

Produktionsallianz

Des Weiteren verwies Wrabetz auf die „Produktionsallianzen” des ORF, die Koproduktionen mit deutschen und internationalen Öffentlich-rechtlichen ebenso umfassten wie europäische Produktionsfirmen und auch Netflix.

Und schließlich skizzierte er einen ersten Zeitplan für den „ORF-Player”, der künftig die bestehenden Streaming- und Online-Angebote zusammenführen, aber auch Neues bieten soll.
2019 sollen die Arbeiten am Player starten und „ab 2020 erste Funktionalitäten on air” gehen. „Ziel ist es, binnen fünf Jahren mit diesem Player 80 Prozent des Streaming-Publikums in Österreich regelmäßig zu erreichen”, gibt der ORF-Chef als Devise aus. Die Anlaufkosten bezifferte er mit sechs Mio. €, Projektleiter ist Franz Manola.

Lockerungen für den ORF

Um die Player-Pläne des ORF ganz realisieren zu können, bräuchte es aber auch gesetzliche Änderungen. So muss er derzeit Inhalte nach sieben Tagen aus der TVThek nehmen oder darf keinen „Online Only”-Content bereitstellen. Diese Regelung soll aufgehoben werden. Gefordert wird auch eine Lockerung der Beschränkungen für Personalisierung & Community-Building des ORF-Players und ebenso die Beseitigung der Beschränkung für mobile Devices (Apps) zumindest für diesen Bereich.

Ein weiterer Wunsch des ORF: Inhalte sollen zuerst oder sogar nur auf dem neuen Player verfügbar sein. Und: Gewünscht wäre auch eine Aufhebung von Beschränkungen der Einbindung kommerzieller Unternehmen, die an den Player andocken wollen – etwas zu Vermarktungs- und Kooperationszwecken. (fej)

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