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Österreich sieht mehr fern © pixabay
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Redaktion 17.06.2021

Österreich sieht mehr fern

Bewegtbild-Studie: Lineares TV hat weiter höchsten Anteil am Bewegtbild-Mix.

WIEN. Durchschnittlich 4 Stunden und 41 Minuten (281 Minuten) pro Tag nutzt heuer die österreichische Bevölkerung im Alter ab 14 Jahren Bewegtbilder in Form von TV- und Video-Angeboten. Das ist ein Zuwachs um 33 Minuten gegenüber dem Jahr 2020. Praktisch unverändert zum Vorjahr blieben hingegen die Nutzungsanteile der verschiedenen Bewegtbildquellen. Das lineare Fernsehen ist damit weiterhin die mit Abstand meistgenutzte Quelle und hat mit 69,1% exakt denselben Anteil am täglichen Bewegtbild-Mix der Österreicher wie im Vorjahr.

TV-Aufzeichnungen, TV-Livestreams und Mediatheken-Abrufe von Fernsehsendungen hinzugerechnet, kommen TV-Inhalte auf einen Anteil von 79,7% am täglichen Bewegtbildkonsum. Videos aus reinen Online-Quellen wie Netflix, Amazon Prime oder YouTube, aber auch per Social Media auf Facebook, WhatsApp und Co. tragen pro Tag mit 18,5% bzw. mit 52 Minuten zum durchschnittlichen Bewegtbildkonsum der Gesamtbevölkerung bei. Insgesamt konsumieren die  Österreicher 25% ihres täglichen Bewegtbildbedarfs aus Fernsehen und Video online.

Am Mittwoch, 16. Juni 2021, stellten Oliver Stribl, Geschäftsführer des Fachbereichs Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien), und Thomas Gruber, Obmann der Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT), die „Bewegtbildstudie 2021“ online im Rahmen der „Screenforce Days“ vor, einem Event für TV-Vermarkter und Werbetreibende. Im Auftrag von RTR Medien und AGTT erstellt GfK Austria die Bewegtbildstudie seit 2016 jährlich und befragt dazu bevölkerungsrepräsentativ rund 4.000 Menschen in Österreich. Dies geschieht traditionell im Februar und erfolgte so heuer während der dritten Welle der Corona-Pandemie.

TV-Inhalte und Online-Alternativen wachsen gleich
„Von den 33 Minuten Mehrnutzung für Bewegtbildangebote entfallen 27 Minuten auf TV-Inhalte in all ihren Verbreitungsformen und sechs Minuten auf Videonutzung bei alternativen Online-Plattformen wie Netflix oder YouTube sowie auf Social Media“, sagt Stribl. „Hier macht sich auch bemerkbar, dass TV-Informationsformate in Krisenzeiten traditionell stark gefragt sind. Relativ gesehen ist die Nutzungsdauer von einerseits TV-Inhalten und anderseits alternativen Videos im Jahr 2021 aber im selben Ausmaß gestiegen, nämlich um jeweils 13 Prozent“, so Stribl.

Junge Menschen nutzen TV-Angebote und Online-Alternativen 50:50
„Die Stärke von TV zeigt sich in der Tagesreichweite. Über 80 Prozent der Gesamtbevölkerung sehen täglich Inhalte von TV-Sendern – linear, zeitversetzt oder online. In der besonders werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kann Fernsehen sein hohes Niveau mit rund 70 Prozent Tagesreichweite weiter ausbauen“, fasst AGTT-Obmann Thomas Gruber zusammen.

Der tägliche Bewegtbildkonsum des „Nachwuchses“ im Alter zwischen 14 und 29 Jahren ist um zehn Minuten auf 250 Minuten pro Tag gestiegen. Daran hat der klassische Fernsehempfang über Antenne, Kabel oder Satellit einen Anteil von 31,9%. Bei Hinzurechnung von TV-Aufzeichnungen, TV-Livestreams und Mediatheken-Abrufen von Fernsehsendungen kommen TV-Inhalte in der jungen Zielgruppe insgesamt auf einen Anteil von 48,3% und liegen damit praktisch gleichauf mit der Nutzung von Videos aus Online-Quellen (48%). Online ist bei den jungen Menschen Netflix mit 12,3% Anteil am täglichen Bewegtbildkonsum am beliebtesten, dicht gefolgt von YouTube mit 11,4%. Die TV-Mediatheken in Summe liegen mit 12,1% auf dem zweiten Platz des Online-Rankings in der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen. Die jungen Menschen decken bereits 60,1% ihres täglichen Bewegtbildkonsums aus dem Internet.

„Bei den 14- bis 49-Jährigen entfallen bereits elf Prozent der Bewegtbildnutzung auf Mediatheken der TV-Sender. Dieser Anteil ist höher als bei Angeboten wie YouTube oder Netflix“, betont Gruber.

Anteil alternativer Online-Angebote im Bewegtbild-Mix erstmals unverändert
Videos aus Online-Quellen wie Netflix, Amazon Prime oder YouTube, aber auch via Social Media auf Facebook, WhatsApp und Co. tragen laut „Bewegtbildstudie 2021“ im Schnitt pro Tag mit 18,5% zum Bewegtbildkonsum der Gesamtbevölkerung im Alter ab 14 Jahren bei. Damit ist für dieses Segment erstmals seit 2016 im Mix der genutzten Bewegtbildangebote kein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Im Vorjahresvergleich 2019 auf 2020 war der Anteil der Online-Videos am Bewegtbildkonsum noch deutlich von 13,1% auf 18,7% gestiegen. Auch in der Bewegtbildnutzung der 14- bis 29-Jährigen ist der Konsum alternativer Online-Angebote im Verhältnis zu den Vorjahren nur geringfügig von 46,8 auf 48% gestiegen. In den vorangegangenen Jahresvergleichen waren in der jungen Zielgruppe Zuwächse von fünf bis sechs Prozentpunkten üblich.

„TV wird in allen Altersgruppen zu jedem Zeitpunkt im Tagesverlauf am stärksten genutzt. In der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreicht es seinen Peak mit 41 Prozent um 21 Uhr und ist damit doppelt so stark wie Video“, erklärt Gruber.

Großer TV-Bildschirm bevorzugtes Endgerät in der konvergenten Mediennutzung
Der „Big Screen“ daheim ist für alle Bewegtbildarten, egal ob über Rundfunk oder Internet empfangen, das meistgenutzte Endgerät. So wird Live-TV zu 99% am Fernsehgerät genutzt, aufgezeichnetes TV zu 78%, On Demand TV (Mediatheken) zu 54% und sogar livestream TV zu 46%. Die Auswahl der Endgeräte zur Nutzung von Videos aus alternativen Quellen ist zwar stärker diversifiziert, dennoch hat das TV-Gerät auch hier mit einem Anteil von 34% deutlich die Nase vorn. Dieses Ergebnis ist wesentlich auf die ständige Weiterentwicklung von Smart-TVs, aber auch smarte Peripherie-Geräte wie Settop-Boxen oder Spielekonsolen zurückzuführen, die Rundfunk- und App-basierte Internet-Dienste komfortabel auf das TV-Gerät bringen.

Die Bewegtbildstudie 2021
Dargestellt wird die Nutzung sämtlicher Bewegtbildangebote, vom linearen Fernsehen und den Sender-Mediatheken, über alternative Online-Services bis hin zur Videonutzung in Sozialen Medien interpretationsfrei in Form von Tabellen und Grafiken. Die Studie gibt im Jahresvergleich Aufschluss zu Entwicklungen der Bewegtbildnutzung im Verhältnis von Rundfunk- zu Online-Angeboten. Auch werden Marktanteile und Reichweiten der verschiedenen Angebote verfolgt und bevorzugte Empfangsgeräte erhoben. Die Ergebnisdarstellung erfolgt für die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren und für zahlreiche Teilzielgruppen, wie heuer erstmals auch für die als besonders werberelevant geltende Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. (red)

 

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