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Print braucht Digital © AFP/Frederic J. Brown

Während die Ausgaben für Bücher (–5,3%) und für Zeitungen & Zeitschriften (–15,1%) gesunken sind, gaben die Konsumenten für gekaufte Musik- und Videoangebote um 7,8% mehr aus.

© AFP/Frederic J. Brown

Während die Ausgaben für Bücher (–5,3%) und für Zeitungen & Zeitschriften (–15,1%) gesunken sind, gaben die Konsumenten für gekaufte Musik- und Videoangebote um 7,8% mehr aus.

Redaktion 09.07.2021

Print braucht Digital

Branchenradar „Haushaltsausgaben”: 2020 beschleunigte sich der Trend zu elektronischen und digitalen Medienangeboten.

WIEN. Am Mittwoch, 7. Juli 2021, wurde im Ministerrat die sogenannte Digitalisierungsförderung beschlossen. Der Gesetzesentwurf zur „Einrichtung eines Fonds zur Förderung der digitalen Transformation” wird dem Parlament zugewiesen, eine Beschlussfassung und Inkraftsetzung soll noch heuer erfolgen.

Um eine „unabhängige und pluralistische Medienlandschaft” sicherzustellen, sind jährlich 20 Mio. € vorgesehen, ursprünglich waren 15 Mio. € geplant. Heuer werden zusätzlich 34 Mio. € ausgeschüttet. Der im Begutachtungsverfahren kritisierte Umstand, dass reine Digitalmedien nicht berücksichtigt werden, bleibt bestehen.

„Smarte” Unterhaltung kostet

Dazu ein aktueller Überblick über die Trends im heimischen Medien- und Kommunikationsverhalten: Während die privaten Haushaltsausgaben für Printprodukte, also Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, sinken, wird für elektronische und digitale Medienangebote sowie für Telefon und Internet Jahr für Jahr mehr Geld ausgegeben. Infolgedessen reduzierte sich der Anteil der Haushaltsausgaben für Printprodukte an den Medien- und Kommunikationsausgaben zwischen 2015 und 2020 von knapp 33 auf 28%. Das zeigen Daten aus dem aktuellen Branchenradar „Haushaltsausgaben in Österreich”, die medianet exklusiv zur Verfügung gestellt wurden.

Auch nicht gratis: Homeoffice

Im Vergleich zu 2019 sind im vergangenen Jahr die Ausgaben für Bücher um 5,3% und für Zeitungen und Zeitschriften um 15,1% gesunken, während die Konsumenten für gekaufte Musik- und Videoangebote um 7,8% mehr spendierten. Für Wachstum sorgten vor allem Downloads sowie Streaming-Abos. Auch die Aufwendungen für Festnetz­internet legten signifikant – um 4,5% gegenüber dem Vorjahr – zu, wenngleich sich, so die Studienauoren, hier auch der höhere Datenverbrauch für Homeoffice und Homeschooling niederschlägt.

Stagnierende Ausgaben gab es indessen beim Mobilfunk; nicht zuletzt, weil hier im Großen und Ganzen für Haushalte pauschalierte Kosten anfallen. Die Ausgaben für Fernsehen erhöhten sich um 1,8% gegenüber dem Vorjahr.

Kommunizierende Gefäße

Alles in allem schrumpften damit 2020 die Haushaltsausgaben für Printprodukte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent auf rund 1,7 Mrd. €; im Gegenzug erhöhten sich die Aufwendungen für elektronische und digitale Medienangebote, für TV, Telefon und Internet um 2,4% auf 4,3 Mrd. €.

Weitere Erkenntnisse aus der Studie: Im Corona-Jahr 2020 schrumpften die privaten Haushaltsausgaben nominal, zu laufenden Preisen, um –6,8% (ggü. 2019) auf insgesamt 192,49 Mrd. €; damit verringerten sich die Aufwendungen und Investitionen privater Haushalte um knapp 14 Mrd. €. Dieser Rückgang ließe sich allerdings „nahezu zur Gänze bei den Dienstleistungen, inklusive aller Finanzausgaben, verorten”. Die Wareneinkäufe, sie beinhalten auch Investitionen in Immobilien, stagnieren mit 89,45 Mrd. € auf Vorjahresniveau. (sb)

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