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Schattenseiten der Social Media © Andreas Hochgerner (4)

Johanna Setzer (im Bild), Rebecca Horner, Eser Akbaba und Sasa Schwarzjirg leihen der Kampagne ihre Gesichter und Geschichten.

© Andreas Hochgerner (4)

Johanna Setzer (im Bild), Rebecca Horner, Eser Akbaba und Sasa Schwarzjirg leihen der Kampagne ihre Gesichter und Geschichten.

Redaktion 05.06.2020

Schattenseiten der Social Media

Die Kampagne #unhatehuman tritt mit prominenten Gesichtern gegen Hasskommentare im Internet auf.

••• Von Christiane Körner

WIEN. Tagtäglich drängen sich ungebetene Kommentare unter Bildern, Facebook-Meldungen oder Tweets bekannter und weniger bekannter Menschen – sie sind so ein Teil des Social Media-Alltags geworden.

Der Fotograf Andreas Hochgerner wollte dabei nicht mehr tatenlos zusehen und startete mit prominenten Persönlichkeiten die Kampagne #unhatehuman, um auf die Schattenseiten der Welt der Sozialen Medien hinzuweisen.

Kein neues Phänomen

Zu den Hintergründen der Porträtserie erklärt Hochgerner: „Mir ist in letzter Zeit auch in meinem persönlichen Umfeld aufgefallen, dass der Ton in den Sozialen Netzwerken immer rauer wird. Egal ob Frau oder Mann, viele werden damit konfrontiert. Hass im Netz, egal welcher Art, kann wirklich jeden treffen. Ich wollte aufzeigen, wachrütteln, informieren.” Hass im Netz ist kein neues Phänomen, sondern ein allgegenwärtiges Problem, lässt der Fotograf wissen.

Der richtige Moment

Durch das 15-minütige Fernsehprojekt „Männerwelten” der deutschen Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit der Unterstützung feministischer Vereine, Schauspielerinnen und der Autorin Sophie Passmann, welches den Umgang mit Frauen im Netz in den Mittelpunkt rückte, sah er den Moment der Veröffentlichung als richtig an.

„Die Planung der Kampagne läuft schon etwas länger, kurz vor dem Lockdown wäre schon ein Shooting angesetzt gewesen, diese musste aus Sicherheitsgründen leider abgesagt werden. Durch Aktionen wie die von Joko und Klaas passte der Start der Kampagne jetzt aber perfekt. Das Thema ist brandaktuell und leider allgegenwärtig.”

Gesichter und Geschichten

Die Porträts, die seit 29. Mai 2020 auf dem zugehörigen #unhatehuman Facbook-Account veröffentlicht wurden, zeigen Menschen aus dem öffentlichen Leben – von Fernsehmoderatoren, über klassische Künstler, bis hin zu Sportlern.

Unter den Abgelichteten findet sich beispielsweise Sasa Schwarzjirg oder Puls 4-Moderatorin Johanna Setzer: „Das Problem mit Hasskommentaren gehört in die Gehirne diverser Personen, egal ob Frauen oder Männer, hineingemeißelt und klargestellt. Das hier jetzt ist ein Reminder und vor allem mit so einer Power von Personen, die hier mitmachen und alle ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen haben”
Auch Wettermoderatorin Eser Akbaba leiht der Kampagne ihr Gesicht und meint zu den Kommentaren: „Das sind Phrasen, die einem eigentlich wehtun.”

Szenenübergreifend

Dass Hass im Netz auch in der „Klassik-Szene” zu finden ist, zeigt das Porträt der Balletttänzerin Rebecca Horner, die mit rassistischen Kommentaren zu kämpfen hat: „Ich glaube, es ist wichtig, einen Schritt dagegen zu setzen und laut zu sein und zu sagen, es ist nicht in Ordnung. Die starken Bilder dazu wirken damit noch besser und intensiver. Ich glaube, die Message kommt sehr gut an.”

Zu finden sind die Porträts ­unter: www.facebook.com/unhatehuman

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