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Werbe-Euros in Gefahr: Facebook zeigt sein wahres Gesicht © AboutMedia

Eugen Schmidt.

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Eugen Schmidt.

Redaktion 25.02.2021

Werbe-Euros in Gefahr: Facebook zeigt sein wahres Gesicht

Online-Vermarkterkreis prophezeit Relevanzverlust und mahnt werbetreibende Wirtschaft vor riskanten Investments.

WIEN. Journalistische Nachrichteninhalte von Publisher-Seiten tragen maßgeblich dazu bei, dass Facebook seine Userzahl im letzten Jahr auf 2,8 Mrd. steigern konnte. Trotz Werbe-Boykotts in Folge von Rassismus und Diskriminierung steigerte der US-Digitalgigant seinen Umsatz auf 85,9 Mrd. USD (71,2 Mrd. €). Umso bemerkenswerter ist Facebooks Schritt, Medieninhalte in Australien zu blockieren. Die Regierung in Canberra bereitet ein Gesetz vor, das Internetkonzerne verpflichtet, lokale Medienunternehmen für die Verbreitung von deren Inhalten zu bezahlen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch spricht von einer „alarmierenden und gefährlichen Entwicklung“, einem ganzen Land die Verbindung zu „lebenswichtigen Informationen“ zu kappen. Google erzielte übrigens eine Einigung mit australischen Medienunternehmen und Microsoft befürwortet grundsätzlich verpflichtende Abgeltungen an Medienunternehmen.

Facebook wird unberechenbar
Abseits ethischer Aspekte wirft das Vorgehen von Facebook auch Fragen für die werbetreibende Wirtschaft auf: Einerseits ist es dem marktbeherrschenden Unternehmen möglich, über Nacht alle journalistischen Inhalte verlegerischer Herkunft von seiner Plattform auszuschließen und damit die inhaltliche Umgebung für Werbeschaltungen drastisch zu ändern. Andererseits droht ohne die hochwertigen Inhalte der Medienunternehmen ein totaler Relevanzverlust des sozialen Netzwerks. Die Grundlage jeder Mediaplanung, Zielgruppe und Umfeld, kann sich binnen weniger Tage ändern.

„Facebook zeigt jetzt, wozu es imstande ist. In der werbetreibenden Wirtschaft müssen in Anbetracht dieser Entwicklungen die Alarmglocken schrillen, wenn journalistischer Content in nordkoreanischer Manier blockiert wird und User dem Netzwerk nicht mehr vertrauen können“, so Eugen Schmidt (AboutMedia), Leiter des Online-Vermarkterkreises. Er ergänzt: „Publisherportale folgen einem klaren journalistischen Auftrag und publizieren die Inhalte, die User zu Recht erwarten. Deswegen genießen sie das Vertrauen der User – besonders in dieser Zeit, die fundierte Antworten auf große Fragen verlangt. Werbetreibende sollten sich der Gefahr bewusst sein, denen sie ihre Werbeeuros bei einem unberechenbaren Netzwerk aussetzen.“

Überhöhte Metrik: Facebook steht auch in den USA vor Gericht
Nicht nur die aktuellen Ereignisse in Australien sprechen eine deutliche Sprache, warum Marketingentscheider auf vertrauenswürdige Vermarkter und Publisher setzen sollen, die ihre Zahlen transparent messen lassen. Bereits 2018 wurden schwere Vorwürfe wegen der Reichweitenzählung bekannt. Angaben zur potenziellen Reichweite sollen deutlich überhöht und irreführend sein. Laut Berichten der Financial Times erhärten sich diese Vorwürfe durch interne Mails von Facebook, die nun an die Öffentlichkeit gelangten. Pikantes Detail: Die potenzielle Reichweite umfasst auch Doppel- und Fake-Accounts. (red)

Weitere Informationen auf iab-austria.at/ovk

 

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