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Wien in Europa: starke Kooperation der Städte © PID/Kronsteiner

Wien ist die fünftgrößte Stadt der EU und eine der vielfältigsten Metropolen Europas.

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Wien ist die fünftgrößte Stadt der EU und eine der vielfältigsten Metropolen Europas.

Redaktion 28.02.2020

Wien in Europa: starke Kooperation der Städte

Die Bundeshauptstadt steckt heuer noch mehr Energie in ihre internationalen und europapolitischen Aktivitäten.

WIEN. Internationale Rankings zu Lebensqualität und Innovation zeigen, wie gut Wien im „grenzenlosen Vergleich” dasteht.

Die österreichische Hauptstadt erwirtschaftet im Jahr ein Bruttoregionalprodukt von rund 100 Mrd. €. Die Stadtverwaltung investierte alleine 2019 insgesamt 2,6 Mrd. €, was wichtige Impulse für die Wirtschaft und die Beschäftigung bringt.
Wien setzt diesen erfolgreichen Weg auch 2020 weiter fort und profiliert sich deutlich als wichtiger Wirtschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort.
Die Schaffung qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze wird durch vernünftige Investitionen, effiziente und kundenfreundliche Verwaltungsstrukturen, stabile öffentliche Finanzen, einen Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung und die interna­tionale Top-Positionierung von Wiener Unternehmen erreicht.

Top-Wirtschaftsstandort

2018 kamen 221 internationale Firmen, 30 mehr als 2017; in Wien ließen sich somit mehr Firmen nieder als in den anderen acht Bundesländern zusammen – das brachte 232 Mio. € an Investments und 1.753 neue Jobs.

2019 war für Wien das achte Jahr in Folge mit einem Zuwachs bei internationalen Firmenniederlassungen in der Stadt.
Dazu wirbt die Wirtschaftsagentur Wien aktiv mit „Vienna Start-up-Packages”; diese „Schnupperpakete” ermöglichen es internationalen Start-ups, erste Kontakte zu knüpfen und einen Start in Wien vorzubereiten.
Eine weitere Grundlage des kontinuierlichen Erfolgs ist die Stärke des Wiener Universitäts-, Fachhochschul- und Forschungsstandorts. Gerade für High Potentials aus den Nachbarländern eröffnet Wien neue Chancen und Möglichkeiten und das bedeutet wiederum zusätzliche wirtschaftliche Dynamik. In Zukunft werden daher regelmäßig Wiener Wissenschaftstage in den Partnerstädten abgehalten.

Für die Talente der Zukunft

Die „Europäische Mittelschule (EMS)” ist ein EU-geförderter Schulversuch, der Wien nach dem EU-Beitritt Österreichs 1995 bildungspolitisch (noch) enger mit den umliegenden Regionen unserer Nachbarstaaten verbindet.

Kinder aus Brünn, Bratislava und Györ-Moson-Sopron werden in den vier Landessprachen gemeinsam in Wien unterrichtet. Dieses Vorzeigeprojekt im siebten Bezirk erfreut sich unverändert großer Beliebtheit – die Anmeldungen übertreffen Jahr für Jahr die vorhandenen Plätze. Weiters zieht das Projekt „Schule Digital” rund 40 Mio. € an Investitionen nach sich: Einerseits werden in den Schulklassen 12.000 Access-Points geschaffen, andererseits digitale Werkzeuge entwickelt, die digitales Lernen der Zukunft ermöglichen.

Digital bewegt in Wien

Mit dem Projekt „Digital bewegt in Wien” adressiert das abz*austria die Damenwelt und erarbeitet mit den Frauen Schritt für Schritt die Welt der Digitalisierung.

Niederschwellig und praxisnah werden Fragen beantwortet, Angebote und Anwendungen ausprobiert und auf Probleme hingewiesen. Mit diesem Angebot werden gerade Frauen erreicht, die bisher wenig Berührung mit dem Thema Digitalisierung hatten und/oder wenig Zugang zu Informationen haben.
Frauen werden informiert, was Digitalisierung für ihren Alltag und ihre Berufschancen bedeutet, und sie werden dabei unterstützt, (neue) Kompetenzen zu erwerben.
Zum Beispiel ganz allgemein, wie sie sicher im Internet vorgehen können; aber auch ganz speziell, wie sie sich am besten vor „Hass im Netz” schützen.

Motor für smarte Politik

Seit 1. Jänner hat Kroatien den EU-Ratsvorsitz, am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland. Wien verstärkt daher zunächst die Präsenz in den Hauptstädten Zagreb und Berlin – mit einem mobilen Büro und einem Standort in Berlin; weitere strategisch wichtige Standorte werden geprüft.

Ein neues mobiles Büro soll im Auftrag der Stadt diesen strategischen Ansatz verstärken, sei es bilateral in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Daseinsvorsorge oder Stadttechnologien. Aber auch, wenn es darum geht, Verbündete für kommunale Interessen auf EU-Ebene zu finden.
Das Verbindungsbüro der Stadt Wien in Brüssel vertritt die Wiener Interessen in Richtung EU, gemeinsam mit Partner-städten in ganz Europa. Mit-arbeiter des Verbindungsbüros sind in europäischen Institutionen und Netzwerken aktiv, darunter im Ausschuss der Regionen und im Städtenetzwerk EUROCITIES.
Die Koordination der EU-Förderungen sowie Maßnahmen der EU, die Wien betreffen, bearbeitet die Abteilung Europäische Angelegenheiten. Die Datenbank Euro-Access Vienna hilft, die richtige Förderschiene für ein Projekt zu finden. Zusätzlich bietet die Wirtschaftsagentur eine Reihe von Förderungen für Wiener Unternehmen an, die sich stärker internationalisieren möchten.

Wien-BotschafterInnen

Darüber hinaus agieren „Wien-BotschafterInnen”, die als ehrenamtliche Verbinder zwischen Wien und strategisch ausgewählten Zielländern tätig sind.

Die im Ausland lebenden Wiener sind oft hervorragende „Visitenkarten” der Stadt – Ziel ist es, in allen bedeutenden Weltgegenden „Wien-BotschafterInnen” vor Ort zu stationieren.

Verbindungsbüros

Apropos: Das Wien-Haus zur EU in Brüssel leitet die Expertin für Städtepolitik, Michaela Kauer.

„Es gibt drei wichtige Gründe, warum sich Wien gemeinsam mit anderen Metropolen dafür einsetzt, dass Städte mitreden, wenn auf EU-Ebene Entscheidungen fallen”, erklärt Kauer.
„Erstens leben zwei von drei EU-Bürgern in Städten, es ist also eine Frage der Demokratie.
Zwei von drei Arbeitsplätzen EU-weit befinden sich in Städten, d.h. die europäische Wirtschaft wird von Städten getragen.
Drittens wirken sich EU-Gesetze auf das Leben vor Ort aus – die Erfahrung von Städten bei der Problemlösung sollte daher berücksichtigt werden, noch bevor ein neues Gesetz, eine neue EU-Förderung beschlossen wird!”
Im Rahmen der „Städtischen Agenda für die EU” werden Themen wie digitaler Wandel, leistbares Wohnen, urbane Mobilität, Kreislaufwirtschaft, Arbeit und Ausbildung, aber auch städtische Armut behandelt. Dazu erstellen Fachleute aus Städten, Mitgliedsstaaten und EU-Institutionen einen Aktionsplan als Katalog von Empfehlungen, wie die EU ihre Gesetze, ihre Förderungen und auch ihr Wissensmanagement (noch) besser an die Situation in Städten anpassen kann.
Kauer: „Ein wichtiges Thema in der EU – gerade in den Städten – ist der Kampf gegen Kinderarmut. Die Städtepartnerschaft hat vorgeschlagen, eine ‚Kindergarantie der EU' zu schaffen, ähnlich wie die ‚Jugendgarantie' – und die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat diese Idee in ihr Arbeitsprogramm aufgenommen. Ein schönes Beispiel, wie eine Empfehlung positiv aufgenommen wurde!”

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