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Erster iab Digital-Talk © Hannes Winkler

Plattform Digitales Österreich-Geschäftsführer Roland Ledinger, Jan Trionow, Hutchison Drei Austria-CEO, Alexandra Vetrovsky-Brychta, iab austria Arbeitsgruppe Public Affairs, Martina Zadina, Präsidentin iab, Wirtschaftsuniversität Wien-Professor Alfred T

© Hannes Winkler

Plattform Digitales Österreich-Geschäftsführer Roland Ledinger, Jan Trionow, Hutchison Drei Austria-CEO, Alexandra Vetrovsky-Brychta, iab austria Arbeitsgruppe Public Affairs, Martina Zadina, Präsidentin iab, Wirtschaftsuniversität Wien-Professor Alfred T

Redaktion 03.10.2017

Erster iab Digital-Talk

Digitalisierung als Turbo für den Standort Österreich.

WIEN. Die Nationalratswahlen 2017 rücken in riesigen Schritten näher. Von der neuen Bundesregierung werden grundlegende Veränderungen erwartet, auch im Bereich der Digitalisierung. Das internet advertising bureau lud daher Montagabend erstmals zum Digital-Talk zum Thema „Digitalisierung als Turbo für den Standort: Chancen und Risiken für Österreich beleuchtet von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft“ mit Hutchison Drei Austria-CEO Jan Trionow, Wirtschaftsuniversität Wien-Professor Alfred Taudes, Plattform Digitales Österreich-Geschäftsführer Roland Ledinger und Alexandra Vetrovsky-Brychta (iab austria Arbeitsgruppe Public Affairs).

„Mit den Nationalratswahlen 2017 stehen wir auch digital vor einer Trendwende, für die wir die Weichen stellen müssen. Das iab hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Lobbying und Themen wie der Datenschutzgrundverordnung, ePrivacy und vielen mehr auseinandergesetzt und ein digitalpolitisches Forderungspapier an die neue Bundesregierung formuliert. 2018 wird ein Schicksalsjahr für die Digitalisierung“, eröffnet Martina Zadina, Präsidentin des internet advertising bureau austria.
„In den nächsten Jahren werden die politischen Weichen der Digitalisierung gestellt. Daten sind die Zukunftsressource und Grundlage von Gesellschaft und Wirtschaft. Der iab hat sich als strategisches Ziel gesetzt, Österreich an die Digitalspitze Europas zu bringen. Technischer Fortschritt muss als gesellschaftlicher Mehrwert genutzt und die Digitalisierung als Arbeitsgrundlage in das neue Regierungsprogramm aufgenommen werden“, bestätigt Alexandra Vetrovsky-Brychta (iab austria Leitung der Arbeitsgruppe Public Affairs).

Forderungspapier an neue Bundesregierung
In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des iab austria entwickelte die Arbeitsgruppe Public Affairs ein digitalpolitisches Forderungspapier, das sich folgenden Kernbereichen widmet:
• Aktive Datenpolitik als strategische Infrastruktur
• Zentrale Koordinationsstelle in regulierender beratender Funktion
• Faire Steuerpolitik für Wertschöpfung als Wirtschaftsstandort: Vermeidung von Gewinnabschiebung ohne Ausweitung der Werbeabgabe auf Onlinemedien
• Gezielte Innovationsanreize: Digitalisierung bringt Wirtschaftswachstum, Unterstützung bei Firmengründungen sowie Netzneutralität
• Absicherung Know-how und Jobs: Digitale Greencard, um gezielten Zuzug zu fördern sowie beste digitale Ausbildung in Europa zu sichern
• Effiziente Datenschutzstrategie, um Level-Playing-Field für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu schaffen.


Digitalisierung als Turbo für den Standort Österreich
Mit einer neuen Digitalisierungsstrategie der Regierung würden sich grenzenlose Möglichkeiten für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ergeben. Die Priorität sollte beim Fortschritt liegen und nicht in der Schaffung neuer Regulierungen. Unternehmen können Prozesse durch die voranschreitende Digitalisierung effizienter machen und diese Einsparungen wiederum anderweitig einsetzen.

„Österreich hat gute Konzepte und Strategien, nur leider mangelt es an der Umsetzung. Die Finanzierungslage für digitale Innovation liegt sehr schlecht, was wenig Raum für digitale Lösungen lässt. Wir brauchen neue Mittel, um mit der weltweiten Digitalisierung mitzuhalten und eine zentrale Koordinationsstelle, die die Interessen der Digitalbranche in alle politischen Bereiche rückt. Durch die Digitalisierung werden neue Arbeitsplätze geschaffen und somit auch neue Wähler generiert“, so Roland Ledinger, Geschäftsführer Plattform Digitales Österreich.

Werbeabgabe auf Digitalmedien keine Lösung
Die Werbeabgabe auf Digitalmedien sei kein geeignetes Instrument, um die Abwanderung von Umsätzen ins Ausland zu verhindern und gefährde Österreich als Digitalstandort. So werde weder ein Level-Playing-Field für die heimische Wirtschaft geschaffen, noch eine höhere Wertschöpfung für das Land und auch der Wettbewerbsvorteil käme den Digital Giants zugute, kritisiert Vetrovsky-Brychta die geplante Werbeabgabe auf digitale Medien.
„Digitale Themen müssen in der Politik klar definiert und mit Inhalten gefüllt werden. Bis jetzt gibt es nur große Schlagworte und Themen beim Wahlkampf, aber die Inhalte fehlen. Wir brauchen eine handlungsfähige Bundesregierung mit klarer digitalisierter Ausrichtung“, fügt Jan Trionow, Hutchison Drei Austria-CEO, hinzu.

Big Data als digitales Geschäftsmodelle
Die Datenwirtschaft wachse und diene als Quelle der Monetarisierung, doch noch fehle Österreich das ökonomische Wissen und Verständnis, sich diese zunutze zu machen. Digital Giant Google habe es verstanden, sich Big Data als Geschäftsmodell zu bedienen. In Österreich herrsche ein großes Datenschutzbedürfnis, das das wirtschaftliche Wachstum bremse und so neue Geschäftsmodelle verhindere, erklärt Alfred Taudes.

Einig waren sich alle Diskutanten, dass 2018 ein Schicksalsjahr für die österreichische Digitalszene werde und Österreich als Wirtschaftsstandort reale Chancen habe bis 2025 zu den Top-Drei-Digitalnationen in Europa zu gehören, wenn die neue Bundesregierung Digitalisierung als Wirtschaftsmotor für den Standort Österreich in ihr Regierungsprogramm aufnehmen sowie Verwaltungsprozesse modernisiert werden. (red)

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