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Internationaler Print Day: Alles Gute zum 566. Geburtstag! © APA / dpa Heinz Wieseler

Eine Gutenberg-Bibel im Gutenberg-Museum in Mainz.

© APA / dpa Heinz Wieseler

Eine Gutenberg-Bibel im Gutenberg-Museum in Mainz.

Redaktion 17.10.2018

Internationaler Print Day: Alles Gute zum 566. Geburtstag!

Verband Druck & Medientechnik gratuliert zum internationalen Print Day und macht auf das nachhaltige Produkt Print aufmerksam.

WIEN. „1453 wurde das erste gedruckte Werk der Welt, die Gutenberg Bibel, produziert. Dies gilt als Geburtsstunde des modernen Buchdrucks. Und Printprodukte sind nach wie vor ein fixer Bestandteil unserer heutigen Gesellschaft. Die Menschen lieben das gedruckte Wort, da es gerade in einer Welt der Digitalisierung ein Produkt zum Angreifen, Befühlen, Riechen und auch Teilen ist. Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass die Beschäftigung mit Print eine bewusste ist, deshalb wird etwa Printwerbung als informativer und weniger störend wahrgenommen als Online-Werbung. Und wir glauben, dass der Stellenwert von Print in Zukunft zunehmen wird. Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung und der Telekommunikationsverordnung wird es für Unternehmen und Organisationen immer schwieriger, in digitaler Form in die one-to-one Kommunikation einzusteigen. Für die Zusendung von Gedrucktem gibt es hingegen kein gesetzliches Werbeverbot. Und auch keine Adblocker, die Werbung wegfiltern. In Österreich nutzen lt. Mindtake bereits rd. 20 % diese Adblocker“ so Alexandra Zotter, Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik.

Zotter sieht jedoch Handlungsbedarf der Branche, wenn es um die Aufklärung in Bezug auf Nachhaltigkeit geht: „Aus Gesprächen mit jüngeren Menschen wissen wir, dass diese den Konsum von Print(medien) intuitiv umweltschädlicher einschätzen als jenen von Onlinemedien. Übersehen wird jedoch oft, wie stromgierig unser Smartphone oder Tablet ist und wie viel Strom Google und Co. für den Betrieb ihrer Server brauchen. Lt. "New York Times" verbrauchen die Datenzentren von Google so viel Strom wie eine 200.000-Einwohnern-Stadt und das Fraunhofer Institut hat berechnet, dass das deutsche Rechenzentrum die gesamte Stromproduktion von vier mittelgroßen Kohlekraftwerken abzieht. Ebenso vernachlässigt wird in dieser Debatte das Thema Elektroschrott und der Hunger nach seltenen Erden. Alleine der Elektroabfall nimmt jedes Jahr um 3-5 % zu.“

Print ist nachhaltig
„Die Druckbranche beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit dem Thema Nachhaltigkeit. Das beginnt bei der Beschaffung des Papiers, der Verwendung von chemiefreien Druckplatten oder den eingesetzten Farben und endet bei der Mülltrennung in der Druckerei. Zahlreiche Druckereien sind Träger des Umweltzeichens und bieten klimaneutralen Druck. Die Mehrkosten dafür schlagen sich für den Kunden nur mit einem durchschnittlichen Aufschlag von rd. einem Prozent zu Buche“, berichtet Alexandra Zotter.

Papier besteht aus Holz, einem nachwachsenden Rohstoff. Und der Holzvorrat ist in Österreich seit den 60er-Jahren um 45 % gestiegen. In den letzten 10 Jahren hat unsere Waldfläche um 44.000 km2 zugenommen, das entspricht mehr als 1.500 Fußballfeldern pro Jahr. Papier hat hervorragende Recyclingquoten (in Europa 73 %, in Österreich 74%) und Papierfasern werden im Schnitt 3,4 Mal wiederverwertet (Quelle: Print Power Austria).

Ein Test: Print vs. Digital – Was ist besser für die Umwelt?
„Viele Menschen glauben, eine Zeitung online zu lesen, sei umweltfreundlicher als die Lektüre der Print-Ausgabe. Allzu oft wird übersehen, wie hoch der Energieverbrauch für die Online-Lektüre wirklich ist“, sagt Zotter. Anhand eines Beispiels lässt sich errechnen: Die 30-minütige Online-Lektüre (50% am PC und 50% am Laptop, bei 2,5 Stunden Internetnutzung pro Tag) kommt mit Energieverbrauch, Internet/Servern, Computer, Transport und Bildschirm auf 36 kg CO2-Äquivalent pro Jahr.

Eine 40-seitige Tageszeitung im Tabloid-Format bedeutet (bei einer Auflage von 32.000 Stück und 2,4 Lesern pro Exemplar) mit Papier, Vertrieb, Druckmaschinen, Papiertransport und Farbe hingegen ein jährliches CO2-Äquivalent von nur 28 kg. Quelle: BVDM; Die Zeit, Centre for Sustainable Communications am KTH, Stockholm; Eidgenössische Materialprüfungs- und  Forschungsanstalt (EMPA) an der ETH Zürich

Print punktet: Daten und Fakten

  • Werbesieger Print: Print ist in Österreich die klare Nummer eins, wenn es um die Gunst der Werber geht. Denn das größte Stück des Werbekuchens geht an Print – lt. letzter Focus-Bilanz waren dies im Jahr 2017 rd. 1,9 Mrd. EUR.
  • Österreich, das Land der Zeitungsleser: Die Österreicher lieben ihre gedruckte Tageszeitung, 61% greifen auf diese als Nachrichtenquelle zurück. (Quelle: Reuters digital news report)
  • Werbeliebling Flugblatt: 9 von 10 Österreichern greifen laut Dialog Marketing Report 2018 zum Flugblatt und ein Drittel der Österreicher fühlt sich vom Flugblatt zum Kauf animiert.
  • Print-Werbung willkommen: die Hälfte der Österreicher findet Flugblätter und persönlich adressierte Werbung informativ. Störend wird Werbung hingegen empfunden, wenn sie via TV (66 % Ablehnung), Handy (59 % Ablehnung) oder Social Media (52 %) zum Empfänger kommt. (Quelle: Dialog Marketing Report 2018)
  • Menschen bevorzugen Print-Bücher und -Zeitschriften: 72% der Respondenten einer internationalen Studie mit mehr als 10.000 Teilnehmern greifen lieber zu einem Printbuch und einem Printmagazin statt zu einem e-reader (Quelle: Print and paper in a digital world, two sides 2017)
  • Das Gedächtnis liebt print: Laut Hirnforscher Hans-Georg Häusel punktet Print, wenn man komplexe Dinge lernen möchte.
  • Lesen auf Papier ist angenehmer: 80% der Österreicher lesen lieber auf Papier als am Bildschirm (Quelle: The attractiveness and sustainability of paper and print media, two sides 2016)
  • Haptik öffnet Brieftasche: Haptik motiviert zum Handeln und beeinflusst die Kaufentscheidung nachhaltig. Außerdem ist der Kunde nach dem „Betasten“ auch bereit, tiefer in die Brieftasche zu greifen. (Quelle: Olaf Hartmann/Sebastian Haupt: touch, 2016) (red)

    Über den Verband Druck & Medientechnik

    Der Verband Druck & Medientechnik besteht seit 1872. Er ist die einzige umfassend kompetente und unabhängige Unternehmensvertretung für die grafische Branche in Österreich. Der Verband vertritt mehr als 200 Unternehmen vom Kleinbetrieb bis zum internationalen Konzern. International ist er in der FESPA (Federation of European Screen Printers Associations) und Intergraf organisiert. Präsident ist Gerald Watzal, geschäftsführender Gesellschafter von Offset 5020 in Salzburg.

Weblink zur internationalen Seite des International Print Days

 

 

 

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