REAL:ESTATE
Die Preisschere verliert an Schärfe © Hartl Haus

Studie Für die aktuelle Untersuchung haben der Grundbuch-Experte Immounited und willhaben mehr als 100.000 Anzeigen aus dem Kalender­jahr 2019 aus­gewertet.

© Hartl Haus

Studie Für die aktuelle Untersuchung haben der Grundbuch-Experte Immounited und willhaben mehr als 100.000 Anzeigen aus dem Kalender­jahr 2019 aus­gewertet.

Redaktion 19.06.2020

Die Preisschere verliert an Schärfe

Die größten Differenzen bei den Preisvorstellungen gibt es bei Wohnungen in Tirol und bei Häusern in Salzburg.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. „Preisschere” nennt man die Unterschiede zwischen Angebots- und Kaufpreisen.

Bei Immobilien können zum Beispiel hohe Differenzen über eine überdurchschnittlich große Anzahl teurer Objekte begründet werden, die aber nur selten auch tatsächlich verkauft wurden. Sollten diese kostspieligen Immobilien nicht verkauft oder der Verkauf zu einem niedrigeren Preis realisiert werden, öffnet dies die Preisschere

Ein Blick auf die Wohnungen

Manchmal liegen bei Bewertung und Lage objektiv zu hohe Preisvorstellungen seitens der Abgeber vor. Im Hochpreissegment etwa stehen oft auch durchaus realistische Preisvorstellungen einer zu kleinen potenziellen Käufergruppe gegenüber.

Auf Bundesländerebene näherten sich Angebots- und Kaufpreise weiter an. Einzige Ausnahme: Vorarlberg (11%); hier wurde der Verhandlungsspielraum etwas größer. Der Spitzenreiter war 2019 allerdings Tirol mit etwas mehr als 14%. Dahinter folgten Salzburg (12) und die Steiermark (11%). Niederösterreich und Wien wiesen einstellige Werte von 6 bzw. 9%. auf.
Kaum Unterschiede gab es hingegen im Burgenland, und auch in Kärnten und Oberösterreich lag die Differenz bei nur etwas mehr als 3%.
Mit 14% wiesen Kirchdorf an der Krems und Dornbirn den größten Unterschied zwischen Angebots- und Kaufpreis auf. Dahinter folgten der Wiener Bezirk Margareten mit 13 und Kitzbühel mit 11%. In Melk, Leibnitz, Neubau und Liesing mussten Verkäufer im Schnitt einen Abstrich von 10% machen.
In allen anderen analysierten Bezirken wurden Differenzen unter der 10%-Marke gemessen.
Der Verhandlungsspielraum ist hier somit bereits relativ klein.
Besonders nah am Angebotspreis war der tatsächliche Verkaufspreis in Favoriten, Mistel­bach, Baden und Klagenfurt Land.
Auch in den meisten Wiener Gemeindebezirken lag die Preisschere unter zehn Prozent. In Favoriten, Landstraße und Innere Stadt stimmten Angebots- und Kaufpreis nahezu überein, in den übrigen Bezirken bewegte sich die Differenz zwischen fünf und neun Prozent.

Ein Blick auf die Häuser

Deutlich größere Unterschiede gab es bei den Einfamilienhäusern; hier bewegt sich die Preisschere aktuell zwischen knapp 12 (Burgenland) und rund 23% (Salzburg).

In Tirol und Niederösterreich lag die durchschnittliche Differenz bei ca. 22%.
Die Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Wien zeigten Werte zwischen 15 und 17%.
Die größte Differenz zwischen Angebots- und Kaufpreis gab es in Schwaz mit 34%. Ähnlich hohe Werte wurden auch in Liesing, Mödling und Hallein gemessen. Überdurchschnittlich hohe Preisabschläge mussten außerdem in Sankt Johann im Pongau und Penzing (beide 29%) hingenommen werden; dahinter folgte Villach mit 28%.

Kleine Hauspreisdifferenzen

In Horn waren sich die Verkäufer und die Käufer eines Einfamilienhauses wohl ziemlich einig: Hier konnten kaum Preisunterschiede festgestellt werden.

Auch in Schärding und Völkermarkt gab es wenig Differenzen (ein Prozent). Lediglich zwei Prozent Unterschied verzeichneten die Bezirke Floridsdorf, Hernals, Murau und Melk.

Uneinigkeit im Speckgürtel

Ein Blick auf das Wiener Umland zeigt: Die Differenz zwischen Angebots- und Kaufpreis scheint rund um die Bundeshauptstadt besonders groß zu sein. Das zeigte sich z.B. in Mödling. Hier mussten Verkäufer auf durchschnittlich ein Drittel ihres ursprünglichen Angebotspreises verzichten.

Auch in Baden, Korneuburg und Tulln lag die Differenz um die 25%.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL