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Die Rückbesinnung auf die ästhetische Schlankheit © Josko/Heidemarie Pleschko
© Josko/Heidemarie Pleschko

Redaktion 25.01.2019

Die Rückbesinnung auf die ästhetische Schlankheit

medianet sprach mit Johann Scheuringer, Geschäftsführer bei Josko, über Innovationen, Ästhetik, deren Revolutionen – und Bilderrahmen.

••• Von Helga Krémer

Kaum etwas kann ein Gebäude so veredeln oder nahezu ruinieren wie Fenster und die (nicht) dazu passenden Türen. Dabei ist nicht nur die Optik maßgeblich, auch Wärmedämmung, Energie sparen und Schallschutz spielen eine Rolle. Ein Gebiet also, wo laufend Innovationen gefragt sind, die – und jetzt lässt die Optik grüßen – auch etwas „gleichschauen” sollten. Über diesen Spagat – Innovationen, technische Möglichkeiten und Design – sprach medianet mit Johann Scheuringer, Geschäftsführer von Josko.


medianet: Sie hatten es vergangenes Jahr auf der Bilanzpressekonferenz bereits angekündigt: ‚Ein revolutionäres Produkt, das die Sichtweise, wie wir Fenster und Türen in Zukunft sehen werden, grundlegend verändern wird'. Was war eigentlich der Anlass für diese Revolution?
Johann Scheuringer: Ich bin ein Mensch, dem Ästhetik sehr wichtig ist. Deshalb hat mich schon seit Langem die Frage beschäftigt, weshalb die meisten Fenster, die man heute üblicherweise sieht, so unschön und unproportioniert sind. In früheren Zeiten hatten Fensterrahmen eine ganz andere Ästhetik, sie waren schlanker und proportionierter. Dann kam das Zeitalter der Isolierverglasung mit immer dickerer und schwererer Verglasung – und damit auch mit immer breiteren und asymmetrischen Fensterrahmen. Das Resultat: gute Wärmedämmung, aber oft hässliche Optik.

medianet: Wer Sie kennt, weiß, dass Sie das so nicht belassen können …
Scheuringer: (lacht) Ja, der Grundgedanke war, ein komplettes Fenster-, Türen- und Schiebetürsystem zu entwickeln, das beides kann: optimale Wärmedämmung, verbunden mit der schlanken, eleganten Rahmenoptik früherer Architekturepochen. Auf neue Weise eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen – mit konsequenter Ästhetik, die von der Eleganz früherer Zeiten inspiriert ist. Und mit konsequenter Technologie und Funktionalität, die den modernsten Erfordernissen von heute gerecht wird.

medianet: Vom Grundgedanken zum fertigen Fenstersystem – was hat Sie schließlich inspiriert?
Scheuringer: Die Inspiration zu ‚One' war ein Bilderrahmen. Ein Bilderrahmen ist meist schlank, symmetrisch und zurückhaltend: Er drängt sich nicht in den Vordergrund und stiehlt dem Bild nicht die Show. Deshalb stellte ich mir die Frage: Weshalb kann es nicht auch ein Fenster geben, das die Architektur in ihrer ästhetischen Aussage genauso wirkungsvoll unterstützt wie ein Bilderrahmen ein Bild? Da es ein solches Fenstersystem bisher noch nicht gab, war auch gleich der Name da: One. Und es würde eine echte Revolution im Fensterbau bedeuten. Mit völlig neuen Möglichkeiten, wie Fenster und Schiebetüren mit der Architektur harmonieren – und auch mit der Innenraumgestaltung.

medianet: Welche Eigenschaften machen One als Produkt und als System denn so besonders? Von wegen Revolution…?
Scheuringer: Der erste Punkt ist die kompromisslose Symmetrie, denn One wirkt optisch wie ein Bilderrahmen – rundherum bei allen vier Rahmenteilen immer gleich breit. Der zweite revolutionäre Punkt ist die elegante Schlankheit des Designs – sämtliche Elemente weisen genau die gleiche superschlanke Ansichtsbreite auf. Und der dritte revolutionäre Punkt ist die maximale Freiheit bei der Gestaltung und Materialoptik im Innenbereich.

One setzt hier völlig neue Maßstäbe in Form von eingefassten Applikationen, die in unterschiedlichen Materialien und Farben erhältlich sind, in verschiedenen Holzarten ebenso wie in Aluminium, Glas, Stahl und Betonoptik.


medianet:
Sie sind nicht nur Geschäftsführer von Josko, sondern waren auch als Designer maßgeblich an der Produktentwicklung von One beteiligt. Was bedeutet Design für Sie persönlich?
Scheuringer: Design hat mich schon früh in meinem Leben fasziniert. Alles, was Menschen erfinden oder erzeugen, ist letztlich Design. Für mich geht es dabei um die zentrale Frage: Warum eigentlich sieht ein Gegenstand so aus, wie er aussieht – und nicht anders? Weshalb funktioniert er auf eine bestimmte Weise – und nicht vielleicht auch anders? Und was kann man womöglich daran besser machen, konsequenter zu Ende denken als bisher?

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