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Stadt oder Land © Genböck/Schweighofer-Gadermaier

Schon fast 60 Prozent der Landsleute wollen „aufs Land” und somit weg aus den größeren Städten.

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Schon fast 60 Prozent der Landsleute wollen „aufs Land” und somit weg aus den größeren Städten.

Redaktion 11.12.2020

Stadt oder Land

Immobilien stehen – wörtlich – ganz hoch im Kurs. Was hat Covid-19 geändert? Und wohin wollen die Österreicher?

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Die Gründe dafür, warum man sich auf Immobiliensuche begibt, könnten vielfältiger (fast) nicht sein, und das war schon vor der Coronakrise nicht anders. Hauptmotive waren bei 28 Prozent (2019: 26 Prozent), dass sie statt einer Mietwohnung Eigentum erwerben wollen, gefolgt von 21 Prozent, denen die aktuelle Wohnung zu klein ist.

Für 14 Prozent ist laut repräsentativer Wohnumfrage von s Real und Wohnnet ein Ortswechsel der ausschlaggebende Grund, weitere 13 Prozent wollen aus persönlichen Gründen wie Trennung, Jobwechsel oder pflegebedürftigen Angehörigen ihre Wohnsituation verändern.
Einen leichten Zuwachs auf 12 Prozent (2019: 7; 2018: 8 Prozent) gab es bei denen, die ihre erste eigene Wohnung beziehen wollen; möglicherweise hat hier die Pandemie die Auszugswünsche aus dem Elternhaus ein wenig beschleunigt.
Für sieben Prozent waren finanzielle Gründe ausschlaggebend. Ein auslaufender Mietvertrag war hingegen nur bei zwei Prozent der Befragten der Grund für ihre Immobiliensuche, und nur drei Prozent (2019: vier Prozent) gaben an, dass die derzeitige Immobilie zu groß für sie sei.

Eigentum steht hoch im Kurs

Fast drei Viertel der Suchenden, nämlich insgesamt 73 Prozent, wollen Eigentum: Ein Grundstück suchen dabei 12, eine Eigentumswohnung 30 Prozent, ein Haus wollen 31 Prozent kaufen. Diese Präferenz hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert, ist aber in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden (2018: 67; 2017: 62; 2016: 53 Prozent).

Einen leichten Unterschied gibt es bei den angegebenen Motiven für den Eigentumserwerb: Wichtiger wurde demnach, dass keine monatliche Miete mehr zu bezahlen ist und dass es keine Übersiedlungen mehr benötigt.
Signifikant weniger wichtig nach dem Shutdown wurden hingegen die Themen Geldanlage und Wertsteigerung (20 vs. neun Prozent) und die Vorsorge für das Alter (18 vs. 15 Prozent).
„Die Menschen hinterfragen vermehrt ihre Wohnsituation und mögliches Verbesserungspotenzial”, kommentiert ­Michael Pisecky, Geschäftsführer von s Real Immobilien. „Wohnqualität kommt jetzt eindeutig vor Renditeüberlegungen, Investitionen in Sachwerte und Werterhalt geben persönliche Sicherheit in unsicheren Zeiten.”
Mieten wollen hingegen stabile 27 Prozent der Immobiliensuchenden, wobei hier die aktuelle Lebensphase als Motiv nach dem Shutdown eine erhebliche Steigerung erfahren hat, nämlich von 32 auf 40 Prozent.
Eine Verliererin der Corona-krise ist übrigens eindeutig die Bundeshauptstadt: Wollten davor noch 34 Prozent unbedingt nach Wien, waren es danach nur noch 25 Prozent.

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