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1,25 Milliarden Euro Umsatzrückgang © APA / Erwin Scheriau

In Sachen Frequenz liegen Österreichs Einkaufszentren nur noch leicht unter jener von 2019 – sollte im Sommer die Maske fallen, scheint das Vorkrisenniveau in Griffweite.

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In Sachen Frequenz liegen Österreichs Einkaufszentren nur noch leicht unter jener von 2019 – sollte im Sommer die Maske fallen, scheint das Vorkrisenniveau in Griffweite.

Redaktion 13.05.2022

1,25 Milliarden Euro Umsatzrückgang

Trotz saftiger Einbußen halten sich die Leerstände in Österreichs Malls und Fachmarktzentren in Grenzen.

WIEN. Seit nunmehr 34 Jahren und im Zwei-Jahres-Rhythmus publiziert Standort + Markt seine Shopping Center-Dokumentation. War die letzte Ausgabe eine „exakte Abbildung der Shopping Center-Szene vor der Corona-krise”, wie es in deren Einleitung hieß, zieht die nun vorliegende Ausgabe 2021/22 einen Vergleich – und offenbart recht deutlich, welche gravierenden Auswirkungen die Pandemie auf Österreichs Shopping Malls und Fachmarktzentren hatte.

Die wichtigsten Zahlen: Für 2021 liegt die Umsatzschätzung von Standort + Markt bei 12,35 Mrd. €, flächenbereinigt, also nur bezogen auf jene Zentren, welche in den Vergleichsjahren das gesamte Jahr – wenn auch pandemiebedingt eingeschränkt – umsatzwirksam waren, bedeutet dies ein Minus von rund neun Prozent oder 1,25 Mrd. € gegenüber 2019 für die Händler, Gastronomen und sonstigen Gewerbetreibenden in den Einkaufszentren. Der Frequenzrückgang wird anhand der erhobenen Daten auf 18,4% geschätzt, der Leerflächenrückgang bleibt mit 4,2% indes überraschend stabil.

Fluktuation stabil

Zugrunde gegangen ist an der Pandemie kein Einkaufszentrum, „gravierende Auswirkungen” sind Studienautor Roman Schwarzenecker, Gesellschafter und Prokurist bei Standort + Markt, zufolge ausgeblieben – zum einen dank der staatlichen Hilfen für die Händler, zum anderen aufgrund der langfristigen Mietverträge. Entsprechend ist auch die Fluktuationsrate stabil geblieben und liegt für Shopping Malls bei 14,1% und für Fachmarkzentren bei 9,1%.

In puncto Frequenzen nähere man sich den Betreibern zufolge zwar „den Werten von 2019” an, man liege dereinst aber „noch leicht darunter”, so Schwarzenecker.
Für Hannes Lindner, Geschäftsführender Gesellschafter bei Standort + Markt, befinden sich die Malls „in einer Zwangslage”: Dazu „verdammt, sich weiterzuentwickeln”, wagten sie den Vorwärtsgang, indem sie „ihre Freizeit- und Gastroflächen auf Hochglanz polieren”. Gerade bei ersteren – „in Sachen Rentabilität mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wirklich der Bringer” – bleibe aber die Frage offen, ob die Investitionen „gerechtfertigt” seien: „Wenn durch die Freizeitflächen die Frequenz erhöht wird, heißt das noch lange nicht, dass etwa das Modegeschäft davon profitiert.”

FMZ: „Des Investors Liebling”

Umgekehrt seien die Fachmarktzentren oder Retail Parks „des Investors Liebling”, weil die dort vertretenen Betriebstypen „preisaggressiver sind und vom E-Commerce nicht so stark ersetzt werden können” – und umgekehrt auch vonseiten der Mieter sehr gefragt seien.

Der am häufigsten in den Einkaufszentren – sowohl Malls als auch Fachmarkzentren – vertretene Händler ist übrigens der Drogeriefachhandels-Marktführer dm; das Ranking der größten Malls führt wie eh und je die Shopping City Süd in Vösendorf vor dem Wiener Donau Zentrum an; auf den Plätzen folgen die PlusCity in Pasching, ShoppingCity Seiersberg und das Gerasdorfer Shopping-Resort G3. Die größten Retail Parks sind der Gewerbepark Stadlau (Wien), die Arena Fohnsdorf und das GEZ West in Gleisdorf. (haf)

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