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Ab wann geht der Apfel in den Mist? © Wiener Tafel/APA-Fotoservice/Rastegar (2)

MüllvermeiderDanone und Wiener Tafel starteten eine Initiative gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Ein Eckpfeiler des Projokts ist das „Wiener Tafel-Sensorik Labor”.

© Wiener Tafel/APA-Fotoservice/Rastegar (2)

MüllvermeiderDanone und Wiener Tafel starteten eine Initiative gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Ein Eckpfeiler des Projokts ist das „Wiener Tafel-Sensorik Labor”.

Redaktion 05.10.2018

Ab wann geht der Apfel in den Mist?

Studie von Danone und Wiener Tafel: Konsumenten möchten nicht, dass Lebensmittel im Müll landen.

WIEN. In Österreich werden jährlich rd. 760.000 t Lebensmittel weggeworfen, rund 577.000 t davon gelten als vermeidbar. Das Ausmaß sowie der eigene Beitrag dazu werden häufig unterschätzt: mit 206.000 t fallen rd. 36% der weggeworfenen Lebensmittel auf private Haushalte.

Eine aktuelle Studie von Danone Österreich und der Wiener Tafel zeigt die Gründe dafür: 52% der österreichischen Konsumenten entsorgen Lebensmittel aus Unsicherheit über die Genießbarkeit des Produkts, 20% wegen falscher Lagerung und 18% wegen Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums. Überraschend: Besonders Vertreter der jüngeren Zielgruppe weisen eine höhere Wegwerf-Bereitschaft und auch weniger Wissen zum Thema auf.
Das vor diesem Hintergrund von Danone Österreich und der Wiener Tafel gemeinsam konzipierte „Wiener Tafel-Sensorik Labor” richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Die sollen unabhängig von ihrem familiären oder schulischen Hintergrund ermutigt werden, sich eine kognitive und intuitivsensorische Lebensmittelkompetenz anzueignen.

Erst schmecken, dann kübeln

„Konkret heißt das: schauen, tasten, riechen, hören, schmecken und lernen, wieder auf die eigenen Sinne zu vertrauen – und dann entscheiden, ob der Apfel oder das Joghurt wirklich in den Mistkübel gehören oder ob man nicht doch noch etwas Gutes daraus machen könnte”, erläutert Workshop-Leiterin Monika Heis von der Wiener Tafel. Erklärtes Ziel: die Selbstermächtigung der Jugendlichen, solche Entscheidungen für ihr weiteres Leben selbst treffen zu können.

Am Programm stehen aktuell fünf bis sieben modulare Stationen – von der „GerücheKüche” über die „Profiverkostung” bis zu „Um Schimmels Willen”.
„Eine ganz einfache Sache, die wir in den Workshops vermitteln und die jeder daheim umsetzen kann, ist beispielsweise das richtige Einräumen des Kühlschranks mit seinen unterschiedlichen Temperaturzonen”, so Heis. Von der Insta-Selfie-Zone bis zum gemeinsamen Kochen werden die Einheiten flexibel an das Alter der Jugendlichen angepasst. Die Workshop­reihe beginnt im Oktober und umfasst derzeit zehn Termine.

Persönlich verantwortlichJ

Jedes weggeworfene Lebensmittel, das noch genießbar wäre, ist eines zu viel”, umreißt Danone Österreich-Geschäftsführer Karim Chaouch. Er ortet Prioritäten: „Es ist mir persönlich sehr wichtig, hier Verantwortung zu übernehmen, indem wir für zukünftige Generationen Aufklärungsarbeit leisten und gemeinsam mit erfahrenen Partnern zu einer positiven Veränderung beitragen.” Letztlich kann jeder Einzelne etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun. (red)

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