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bellaflora-Studie: Garte(l)n im Wandel © bellaflora

Garteln heuteIn den letzten Jahren verstärkt nachgefragt werden laut bellaflora hitzeresistente und leicht zu pflegende, regionale Pflanzen.

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Garteln heuteIn den letzten Jahren verstärkt nachgefragt werden laut bellaflora hitzeresistente und leicht zu pflegende, regionale Pflanzen.

Paul Hafner 05.07.2019

bellaflora-Studie: Garte(l)n im Wandel

Der Klimawandel ist vor der Haustür angekommen. So lautet das Fazit einer Imas-Umfrage im Auftrag von bellaflora.

••• Von Paul Hafner

Im Laufe der letzten Jahre hat sich die öffentliche Wahrnehmung vom Klimawandel von der abstrakten oder weit genug entfernten Gefahr zum konkreten Phänomen entwickelt. Eine Studie der Gartenfachmarktkette bellaflora hat ergeben, dass 94% der Österreicher das Klima in Österreich in den letzten Jahren als einigermaßen oder sehr verändert empfinden. 84% der Befragten sorgen sich, und eine absolute Mehrheit meint, dass sich der Klimanwandel zumindest einigermaßen auf unsere Lebensweise auswirkt. Doch nicht nur hohe Temperaturen werden als Indikator empfunden: Der Klimawandel ist auch im Garten angekommen.

Garten im Klimawandel

Drei von fünf Österreichern beobachteten in der vergangenen Gartensaison, dass Pflanzen „unter Hitzestress und geänderten Klimabedingungen” leiden. Das betrifft besonders Rasenflächen, Bäume und blühende Pflanzen. Ein höherer Wasserbedarf und andere Blühzeiten ergänzen den Eindruck der Befragten, dass sich der Klimawandel im Garten bemerkbar macht.

Das schließt auch die Insektenwelt mit ein: Mehr als die Hälfte der Befragten nimmt wahr, dass die Zahl der Schädlinge wie Läuse, Schnecken und Spinnmilben im Laufe der Jahre zugenommen hat, während die Zahl an Nützlingen wie Bienen, Schmetterlingen, Marienkäfern und Hummeln als deutlich reduziert empfunden wird.

Die grüne Wohlfühloase

Das Garteln scheint den Befragten bei allen Veränderungen indes nicht zu vergehen: „Der Mensch sucht einen Gegenpol zur hektischen Welt. Er will in der Natur leben und diese schützen”, erklärt bellaflora-CEO Franz Koll die anhaltende Lust an der Gartenpflege.

Laut Studie stellen für 82% der Befragten Garten, Balkon und Terrasse einen Ort des Entschleunigens und des Wohlfühlens dar; 76% fühlen sich durch ihren Garten oder Balkon „mehr mit der Natur verbunden”; fast ebenso vielen gibt es „ein gutes Gefühl, etwas selbst zu schaffen und gestalten zu können und dabei den Fortschritt zu sehen”.
Es zeigt sich deutlich, dass die Liebe der Hobbygärtner Österreichs über ästhetisches Wohlgefallen hinausgeht: Ihnen liegt auch viel an Umwelt- und Naturschutz.

Umweltbewusstes Garteln

Das Bild, das Franz Koll und Co-Geschäftsführerin Patricia Schweiger-Bodner anhand der ermittelten Daten (1.002 Befragte zwischen 16 und 69 Jahren) zeichnen, zeigt den Hobby­gärtner als mündigen und verantwortungsvollen Konsumenten.

So sind fast zwei Drittel der Befragten der Ansicht, mit der Gestaltung ihres Gartens die Natur schützen zu können; drei Viertel wünschen sich mehr Nachhaltigkeit bei den Pflanzenhändlern. „Die Nachfrage nach regionalen und pflegeleichten Pflanzen ist groß”, so Schweiger-Bodner. „Außerdem wird Wassersammeln zum Sport” – bereits 42% der Gartennutzer greifen auf Regenwasser-Sammelsysteme zurück.

Contra Chemiekeule

Während die Konsumenten „in der Pflanzenwelt noch nicht so sehr auf Bio setzen”, befürwortet Koll die 2013 von bellaflora vollzogene Auslistung aller chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel: „Es war ein mutiger Schritt, aber es geht oft einfach darum, das Richtige zu tun.”

Das Richtige tun will bella­flora seither in vieler Hinsicht: 2014 wurde ein Torfreduktionsprogramm gestartet, im Folgejahr wurden Standards für nachhaltigen Gartenbau eingeführt und die ersten Filialen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. 2017 folgte ein Grenzwertkatalog für Pestizide. Zuletzt wurde im Herbst 2018 ein nachhaltiger Zustellservice eingeführt, mit dem Pflanzen so ressourcenschonend und verpackungsfrei wie möglich geliefert werden.

Ausblick in die Zukunft

Auch Einschätzungen zu zukünftigen Entwicklungen wurden in der Imas-Studie erfragt. Mehrheitlich besteht die Meinung, dass blühende Pflanzen für die Artenvielfalt wichtiger sind als immergrüne Hecken. Hitzebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit sind wichtige Kategorien. Weiters besteht ein erhöhter Bedarf an Obstsorten sowie an robusten Bäumen, Hecken und Blumenbeeten.

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