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Berglandmilch beweist Krisenmanagement © Daniela Köppl/Berglandmilch
© Daniela Köppl/Berglandmilch

Redaktion 26.02.2021

Berglandmilch beweist Krisenmanagement

Geschäftsführer Josef Braunshofer im Interview über die Konsequenzen aus den Lockdown-Regelungen.

••• Von Daniela Prugger

WELS /ASCHBACH. Als Ende Jänner 2021 die neuen Lockdown-Regelungen der Bundesregierung in Kraft traten, hat auch die das größte heimische Milchverarbeitungsunternehmen Berglandmilch Konsequenzen gezogen. Sowohl die Mitarbeiter in der Verwaltung als auch in der Produktion tragen seither FFP2-Masken. Für Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer eine Selbstverständlichkeit: „Schon seit einigen Wochen haben diese daher die Möglichkeit, sich regelmäßig testen zu lassen. Zusätzlich wurde nun für ausreichend FFP2-Masken gesorgt, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung stehen”, teilte er in einer Presseaussendung mit. Im Interview mit medianet erklärt er, welche Strategie im Krisenmanagement er weiterverfolgt. Zwar fiel der wichtige Absatzmarkt Gastronomie und Hotellerie fast zur Gänze weg, durch rasche Anpassungen im Produktionsablauf konnte aber auf das geänderte und stark schwankende Nachfrageverhalten der Kunden flexibel reagiert werden. Dafür wurde aber der Kontrakt zwischen der Berglandmilch und dem Vatikan verlängert.

medianet: Welche Konsequenzen haben Sie aus den vergangenen und neuen Lockdown-Regelungen gezogen?
Josef Braunshofer: Wir versuchen, uns bestmöglich an die jeweils geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen.

medianet: Wie lautet die Strategie im Krisenmanagement für das neue Jahr? Wie werden Produktionsablauf und Lieferketten abgesichert?
Braunshofer: Tatsächlich konnten wir bei Berglandmilch im vergangenen Jahr ein effektives Krisenmanagement beweisen. Die Milchabholung bei unseren Bäuerinnen und Bauern konnte jederzeit gewährleistet werden, und auch in der Verarbeitung wird weiterhin flexibel auf stark schwankende Nachfragesituationen reagiert. Hier hat sich unser breites Sortiment bewährt. Diesem Ansatz werden wir auch in diesem Jahr treu bleiben.

medianet: Kommt dem Thema Nachhaltigkeit in der Pandemie eine besondere Rolle zu?
Braunshofer: Wir erleben, dass die Konsumenten bewusster einkaufen, sich bewusster ernähren. Mit unseren regionalen Qualitätsmarkenprogrammen Schärdinger, Tirol Milch, Stainzer und Lattella treffen wir genau diesen Nerv.

medianet:
Gibt es neue Projekte und Produkte, die Berglandmilch in der Pipeline hat?
Braunshofer: Gerade aktuell bringen wir unser Lattella-Eis auf den Markt. Ansonsten beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Verpackungen und alternative Verpackungsmaterialien sowohl im Bereich Käse als auch Trinkmilch.

medianet: Welche Trends beobachten Sie im Konsumentenverhalten? Inwiefern variiert das Konsumentenverhalten zwischen der Stadt- und Landbevölkerung bzw. den Bundesländern?
Braunshofer: Wir beobachten, dass wir mit unserem Committment für das Thema Nachhaltigkeit gut bei unseren Konsumenten ankommen. Dazu zählt vor allem auch die Wiedereinführung der Milch in der Mehrwegglasflasche. Besonders im urbanen Bereich wird diese geschätzt.

medianet:
Vor Kurzem hat die Berglandmilch angekündigt, dass die Geschäftsbeziehungen mit dem Vatikanstaat ver­längert werden. Was für eine Ge­schichte verbindet die Berglandmilch denn mit dem Heiligen Stuhl?
Braunshofer: Wir liefern tatsächlich schon seit mindestens über 35 Jahren die Schärdinger Teebutter in den Vatikan. Wie dieses Geschäft zustandegekommen ist, können wir nicht mehr so genau rekonstruieren. (lacht) Wir sind aber nach wie vor stolz darauf.

medianet: Hat dieser Kontrakt für das Unternehmen eine hohe Relevanz? Welche Mengen werden an den Vatikan geliefert?
Braunshofer: Vergleichsweise handelt es sich mit 100.000 Packerl im Jahr 2020 natürlich um eine sehr kleine Menge. Wir schätzen diesen Kontakt aber sehr und freuen uns, dass unsere österreichische Schärdinger Butterqualität auch im Vatikanstaat so genossen wird.

medianet:
Im Juli 2019 wurde bei Schärdinger und Tirol Milch einen Tierwohlbonus eingeführt, der Tierwohlmaßnahmen honoriert, die über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgehen. Wie entwickelt sich diese Maßnahme? Welche weiteren Schritte sind geplant?
Braunshofer: Wir freuen uns, dass bereits über 90% unserer Bäuerinnen und Bauern diesen Bonus in Anspruch nehmen. Allein im Jahr 2020 wurden hierfür knapp acht Mio. Euro zusätzlich ausbezahlt. Die Berglandmilch-Bauern sind damit Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Das hat bei der Verpflichtung zu gentechnikfreier Produktion begonnen und setzt sich nun mit dem Verzicht auf Palmöl in der Fütterung, dem Einsatz ausschließlich europäischer Futtermittel und dem Verzicht auf Einsatz von Glyphosat fort. Mit April 2021 können wir zudem garantieren, dass alle Berglandmilchkälber ausschließlich mit echter Milch aufgezogen werden.

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