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Einwegpfand und seine Alternativen © PantherMedia/tutye

Die Einführung des Einwegpfands würde eine „wirtschaftlich und organisatorisch nicht tragbare” Belastung für Betriebe darstellen, so WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik.

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Die Einführung des Einwegpfands würde eine „wirtschaftlich und organisatorisch nicht tragbare” Belastung für Betriebe darstellen, so WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik.

Redaktion 25.09.2020

Einwegpfand und seine Alternativen

Statt Mehrwegquote und Einwegpfand plädieren WKÖ und Handelsverband für ein Alternativmodell.

••• Von Paul Hafner

WIEN. Der Drei-Punkte-Plan gegen Plastikmüll von Umweltministerin Eleonore Gewessler stößt in der Wirtschaft kontinuierlich auf Widerstand (medianet berichtete). Als Alternativmodell zu dem umstrittenen Plan, der neben Einwegpfand eine Mehrwegflaschen-Quote im Handel sowie Abgaben für Erstellung und Import von Kunststoffen vorsieht, steht das von der Wirtschaftskammer ausgearbeitete „Zehn-Punkte-Plan für Kreislaufwirtschaft” im Raum. Allein, in der breiten Medienberichterstattung finden sich im Regelfall nur Eckpunkte. Wie sieht er im Detail aus?

Alltagstauglichkeit

Das von der Wirtschaftskammer ausgearbeitete und vom Handelsverband mitgetragene und unterstützte Konzept versteht sich als ganzheitliches Konzept für Betriebe, Haushalte und Außer-Haus-Konsum. Im Fokus stehen Alltagstauglichkeit, Bewusstseinsbildung und eine Kostenersparnis gegenüber dem Drei-Punkte-Plan, die sich auf mindestens 60 Mio. € im Jahr belaufen soll.

Einer der wichtigsten Punkte lautet auf die bundesweite Vereinheitlichung der Sammelstruktur; es soll nur eine Sammlung direkt in den Haushalten mit gelbem Sack oder gelber Tonne geben. Die Idee: Größtmöglicher Sammelkomfort ist der effizienteste Weg zu einer höheren Sammelquote.
Drei Punkte betreffen die bessere Erfassung von öffentlichen Gebäuden (wie Schulen, Spitäler und Unis), den Freizeitkonsum (Spielplätze, Rad- und Wanderwege und Partymeilen) sowie Gewerbeabfall (Betriebe) – statt Restmülltonnen sei hier jeweils auf zusätzliche Wertstoffbehälter zu setzen.
Die Verpackung steht bei zwei Punkten im Fokus: Zum einen sollen diesbezügliche Vorschriften recyclingfreundlicher gestaltet und dem Stand der Technik angepasst werden, zum anderen soll ökologisches Verpackungsdesign weiteroptimiert und gefördert werden. Das Problem Littering (Vermüllung von öffentlichem Raum und Natur) müsse an der Wurzel gepackt werden; hier gelte es, einen Bewusstseinswandel einzuleiten.

Smarte Sammelbehälter

Innovativ mutet der letzte Punkt des Plans an: Die Rückgabe von Wertstoffen könne zusätzlich gefördert werden, indem der Einwurf von Wertstoffen in smarte Sammelbehälter mit Bonuspunkten belohnt würde, die auf das Handy gebucht und im Handel oder bei Handyfirmen in monetäre Gutschriften umgewandelt werden könnten. Wenngleich eine solche Realisierung kompliziert erscheint: Ein spielerischer Zugang beim Recycling könnte gerade bei Jungen einen Goldweg darstellen.

Der Zehn-Punkte-Plan im Über­blick: https://bit.ly/2RDLAXM

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