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Früher verteilen, weniger entsorgen © Fraunhofer Austria

Das Konsortium des Projekts Appetite beim Kick-off. Appetite soll Händlern eine rechtzeitige Umverteilung der Nahrungsmittel ermöglichen, um derart die Nahrungsmittelverschwendung zu reduzieren.

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Das Konsortium des Projekts Appetite beim Kick-off. Appetite soll Händlern eine rechtzeitige Umverteilung der Nahrungsmittel ermöglichen, um derart die Nahrungsmittelverschwendung zu reduzieren.

Redaktion 01.04.2022

Früher verteilen, weniger entsorgen

Das Projekt „Appetite” will Lebensmittelverschwendung um zehn Prozent reduzieren – mittels „Frühwarnsystem”.

WIEN. In der EU werden jährlich rund 88 Mio. t essbare Lebensmittel weggeworfen. Ein Konsortium unter Federführung von Fraunhofer Austria will das in einem „Appetite” genannten Projekt ändern. Angepeilt wird eine Reduktion um zehn Prozent. „Unser Ziel ist es, dass Lebensmittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge vorhanden sind”, erklärt dazu Projektleiterin Alexandra Birkmaier.

Richtige Prognosen gefragt

In dem Projekt soll „ein Prototyp einer kollaborativen Prognoseplattform entstehen, die einen Abgleich von Angebot und Nachfrage von verderblichen Lebensmitteln ermöglicht”, so Birkmaier. Als Grundlage dienen regionale Absatzdaten der Partnerunternehmen. Das sind derzeit: Spar, Metro und Kast­ner. Hinzu kommen externe Daten wie Wetterinformationen und anonymisierte Mobilfunkbewegungsdaten; die stellt das Grazer Start-up Invenium zur Verfügung.

Anders als bereits bestehende Initiativen will das Konsortium nicht am Ende der Lieferkette ansetzen, wo etwa Obst oder Gemüse bereits kurz vor dem Verderben sind, sondern eben deutlich früher, um auf diese Art durch „Prävention die Lebensmittelverschwendung bis ins Jahr 2030 um bis zu zehn Prozent reduzieren zu können”, so Birkmaier.
Als Pilotregion werden Daten aus Ostösterreich verarbeitet. Mithilfe dieser „soll versucht werden, Muster in den Absätzen der Lebensmittel zu erkennen, um zukünftig in nahezu Echtzeit bessere Prognosen liefern zu können”.
Als größte Herausforderungen sieht die Projektleiterin, „die unterschiedlich strukturierten Daten der einzelnen Unternehmen so zu vereinheitlichen, dass man daraus Wissen generieren kann, sowie die Integration der externen Daten, damit die KI-Methoden darauf angewendet werden können”. Relevant sind etwa Wetter­informationen, da sie Einfluss auf das Verhalten der Menschen haben. So werden beispielsweise bestimmte Filialen weniger frequentiert oder bestimmte Produkte weniger gegessen, wenn es mehrere Tage regnet.

Umverteilen mit Echtzeit-Info

Mit „Appetite” soll den Groß- und Einzelhändlern eine frühzeitige Umverteilung der Nahrungsmittel in eine Filiale, wo mehr Absatz erwartet wird, ermöglicht werden. Mit den nahezu Echtzeit-Informationen lässt sich dann im Verlauf des Tages besser abschätzen, wie viele Lebensmittel übrig bleiben werden, die dann von anderen Initiativen umverteilt werden können. (red/APA)

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