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Gebeutelt, aber nicht erschüttert © Handelshaus Wedl (2)

Das Geschäftsführerteam des Handelshaus Wedl: Klaus Mantl, Lorenz Wedl, Tobias Waidhofer (v.l.).

© Handelshaus Wedl (2)

Das Geschäftsführerteam des Handelshaus Wedl: Klaus Mantl, Lorenz Wedl, Tobias Waidhofer (v.l.).

Redaktion 05.02.2021

Gebeutelt, aber nicht erschüttert

Für die Wedl-Gruppe brachte 2020 einen Einbruch im Erlös um 26,8%, im Gastro-Großhandel sogar um 32,9%.

MILS. Von den Nah&Frisch- Großhändlern ist Wedl derjenige, der sich im Laufe der Jahre zusehends vom Einzelhandel weg der Gastronomie zugewandt hat – mit Engagement und erfolgreich, aber natürlich im Corona-Jahr versehen mit einem deutlichen Rückschlag.

In Summe sank der Umsatz der Wedl Gruppe 2020 um 26,8% auf 393 Mio. € (536,8 Mio. € im Vorjahr). Im Gastro-Großhandel verzeichnete Wedl ein Minus von 32,9% bei einem Umsatzniveau von 236,7 Mio. € (352,9 Mio. € im Vorjahr). Die Lockdowns auf internationaler Ebene haben auch den primär vom Export abhängigen Kaffeebereich von Wedl belastet (Umsatzminus: 37,6%).

Guter Start ins Jahr

Dabei war man im Jänner und Februar noch mit einer starken Auftragslage in das Jahr 2020 gestartet. Die steigenden Covid-19 Infektionszahlen sowie der erste österreichweiten Lockdown setzten der erfolgreichen Wintersaison aber ein abruptes Ende.

Erst über die Sommermonate kehrte mit der Öffnung der Hotels und Restaurants wieder etwas Normalität ein. „Im Juli und August generierten wir wieder Umsätze nahezu auf Vorjahresniveau – eine sehr erfreuliche Entwicklung”, sagt dazu Lorenz Wedl, Sprecher und Mitglied der Geschäftsführung des Handelshaus Wedl.
Gut lief das Geschäft an den Seen in Oberösterreich und Kärnten, insbesondere aufgrund der einheimischen Urlauber. Indes entwickelte sich der Städtetourismus in Wien, Salzburg oder Innsbruck schleppend. „Mit der zweiten Coronawelle, dem damit verbundenen Lockdown und dem immer wieder verschobenen Start der Wintersaison in 2020/21 erlebten wir im letzten Quartal wieder einen Umsatzeinbruch”, erklärt Wedl.

Chancen ergreifen

Doch das rot-weiß-rote Familienunternehmen will nicht nur die negativen Aspekte der Krise sehen, sondern auch daraus resultierende Chancen und Möglichkeiten, beispielsweise im Digitalisierungsbereich.

So erlebt Wedl derzeit durch Covid-19 einen Digitalisierungsschub. „Viele Kunden bestellten auch nach dem ersten Lockdown weiterhin online – mit dem Resultat, dass wir den E-Commerce-Anteil weiter auf rund 37 Prozent des Gesamtzustellumsatzes steigern konnten (31 Prozent im Jahr 2019)”, ist Lorenz Wedl überzeugt. (nov)

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