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Gute Zeiten, schlechte Zeiten © medianet

Im März wurden die langjährigen Umbauarbeiten in der Manner-Fabrik in Wien-Hernals abgeschlossen. Dem Schnittenproduzenten steht jetzt eine um 30% größere Fläche zur ­Verfügung.

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Im März wurden die langjährigen Umbauarbeiten in der Manner-Fabrik in Wien-Hernals abgeschlossen. Dem Schnittenproduzenten steht jetzt eine um 30% größere Fläche zur ­Verfügung.

Redaktion 30.04.2020

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Nach einem erfolgreichen Jahr mit 6%-Umsatzplus erwartet Manner heuer einen beträchtlichen Einbruch.

••• Von Paul Hafner

WIEN. Der lange Shutdown, fehlende Touristen und eine allgemeine Konsumzurückhaltung bei Geschenken und Mitbringseln setzen dem Wiener Süßwarenhersteller Manner ordentlich zu. Nach einem starken Jahr, in dem man seinen Umsatz um 5,8% auf 222,1 Mio. € steigern konnte und neue Shops in Innsbruck, Graz und Salzburg eröffnete, müsse man für 2020 aufgrund der Coronakrise von „wesentlichen Abweichungen gegenüber den Vorjahren” ausgehen. Die Ziele für 2020 werde man nicht erreichen können.

2019 sei von einem Abschwung der Industrie geprägt gewesen, die unter einer Exportflaute litt; der Außenhandel entwickelte sich im Einklang mit der Abschwächung der internationalen Konjunktur, der Konsum privater Haushalte sei dagegen robust gewachsen. Die Umsatzerlöse kamen zu 41,9% aus Österreich, zu 55,3% aus der EU und zu 2,8% aus Dritt­ländern.

Keine Zeit für Mitbringsel

Durch die im Vergleich zu Österreich minimal geringeren Umsatzzuwächse im Ausland stellt sich die Exportquote von letztjährigen 58,4% gegenüber 58,1% in 2019 leicht rückläufig dar. Der Jahresüberschuss 2019 reduzierte sich leicht von 5,7 auf 5,2 Mio. €, das Betriebsergebnis ging von 8,1 auf 7,4 Mio. € zurück.

Stellte 2019 insgesamt ein relativ erfolgreiches Jahr für Manner dar – auch ein als Pop-up-Store konzipierter Shop in Berlin wurde in ein fixes Geschäft verwandelt, womit man aktuell bei insgesamt 14 Geschäften hält –, entwickelt sich das Geschäft 2020 angesichts der Coronakrise alles andere als rosig.
Die Shops leben vor allen von Touristen: „Dabei ist uns ein relevanter Umsatz weggebrochen, den wir über andere Kanäle nicht abfedern konnten. Hier sehen wir auch für die Zukunft die größten Herausforderungen. Denn wir haben unsere Manner-Shops dort, wo entweder der Österreicher die Manner-Süßware als Mitbringsel auf seine Reise mitnimmt oder der Tourist als Erinnerung an den Urlaub kauft”, so Manner-Vorstand Albin Hahn.
Auch im Export merke man, dass „in einigen Märkten die Konsumenten gerade bei Importartikeln in der Krise ein­sparen, aufgrund der höheren Preisgestaltung”, erörtert Hahn weiter.

Dividende halbiert

Die endgültigen finanziellen Auswirkungen könne man derzeit noch nicht abschätzen. Während man das Herunterfahren des sozialen Lebens auch in Form einer Konsumzurückhaltung bei manchen Kategorien zu spüren bekomme, was sich auch auf die Produktion auswirke, gebe es –Stichwort Hamsterkäufe – etwa bei den Multipacks eine positive Entwicklung.

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