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Mehr Mopro-Exporte dank Austro-Qualitätsstrategie © röm.-kath. Pfarramt Aschbach
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PAUL CHRISTIAN JEZEK 11.05.2018

Mehr Mopro-Exporte dank Austro-Qualitätsstrategie

Der Außenhandel der österreichischen Milchwirtschaft nimmt eine für die Produzenten sehr erfreuliche Entwicklung.

••• Von Paul Christian Jezek

Nach der zweijährigen Krise am Milchmarkt konnten die Einkommen der österreichischen Milchbauern wieder stabilisiert werden. Die Umsätze der heimischen Milchverarbeiter sind 2017 mit ca. 2,7 Mrd. € um 10,2 Prozent gestiegen – aufgrund höherer Verarbeitungsmengen, vor allem aber aufgrund höherer Verwertungspreise, besonders bei fetthaltigen Produkten. Das Ergebnis vor Steuern (EvS), bezogen auf den Umsatz der heimischen Milchverarbeiter, kam 2017 mit ca. 1,4 Prozent auf einem niedrigen Niveau zu liegen.

Unser Käse „geht” sehr gut

Erfreulich deutliche Zuwächse wurden im Außenhandel regis­triert: Mit einem Exportwert von 1,18 Mrd. € (+4,7%) konnten die bisherigen Rekordzahlen von 2014 – dem letzten Jahr vor der Milchkrise – wieder erreicht werden. Gestiegen sind aber auch die Importe; diese ­betrugen 2017 rund 781 Mio. € (+8,6%).

Insgesamt konnte die heimische Milchwirtschaft einen positiven Exportsaldo von 402 Mio. € erreichen – vor allem Ende des Jahres gab es deutliche Zuwächse beim Außenhandelssaldo.
Das wichtigste Außenhandelsprodukt ist der Käse; hier wurden 142.000 t um 576 Mio. € zum Durchschnittspreis von 4,07 € je kg exportiert, während 113.000 t um 447 Mio. (Durchschnittspreis 3,97 € je kg) in Österreich eingeführt wurden.
Die zweitwichtigste Produktkategorie sind flüssige Milch und Milchprodukte; hier wurden im Export 305 Mio. € erlöst, während 82 Mio. für Importe ausgegeben wurden.

Auf Qualität vertrauen

Auch – und gerade – beim Export setzt die Milchwirtschaft auf die Qualitätsstrategie. „2017 hat gezeigt, dass auch jenseits der Grenzen mit Qualitätsprodukten beachtliche Erfolge zu erzielen sind”, erklärt der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, Helmut ­Petschar.

„Die hohen ­Qualitätsstandards sind eine gute Ausgangsbasis für die weitere Exportentwicklung.”

Ein Blick durchs Milchglas

Die heimische Milchwirtschaft hat auch im letzten Jahr weitere Maßnahmen zur Schärfung der Qualitätsstrategie gesetzt: vor allem im Bereich Tierwohl, bei nachhaltiger Fütterung und beim Verzicht auf den Einsatz von bedenklichen Pflanzenschutzmitteln.

Petschar: „Eine kompromisslose Qualitätsstrategie wird als notwendig erachtet, um den gestiegenen Anforderungen der Konsumenten gerecht zu werden – und sie soll auch bestmögliche Voraussetzungen in der Vermarktung der Produkte im Export schaffen.”
Die weitere Entwicklung auf dem Milchmarkt wird einerseits von der internationalen Entwicklung der Angebots- und Nachfrageverhältnisse abhängen, die auch in Österreich die Richtung vorgeben werden.
Zunächst stärken die aktuellen Entwicklungen am Butter- und Fettmarkt die Situation; die gute Konjunktur der Weltwirtschaft und die positiven Exporte lassen auf steigenden Konsum hoffen. Gefahr kommt laut Petschar indes vom starken Euro, weiters von Maßnahmen durch einzelne Handels­partner und den nach wie vor hohen ­Interventionsbeständen an Mager­milchpulver.
Insgesamt werde weiter mit einer hohen Volatilität am Markt zu rechnen sein, verweist Petschar darauf, dass das Regierungsprogramm eine Reihe von positiven Ansätzen zur Verbesserung der Situation auf dem Milchmarkt enthält und auch die Exportinitative „go international” sehr wertvoll für die heimischen Unternehmen ist, um aussichtsreiche Zukunftsmärkte zu identifizieren. (pj)

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