Modehandel verliert massiv an Fläche
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Eine von der WKO beauftragte Studie legt einen tiefgreifenden Wandel im Modehandel nahe.
RETAIL Redaktion 29.05.2026

Modehandel verliert massiv an Fläche

Jeder fünfte Mode-Standort in Österreich verschwunden. Branche kämpft mit Kosten, Online-Druck und Leerstand.

WIEN. Der österreichische Modehandel steht unter Druck. Eine aktuelle Studie des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag des Bundesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln der Wirtschaftskammer Österreich zeigt, wie stark steigende Kosten, Online-Konkurrenz und verändertes Konsumverhalten die Branche verändern.

Standorte schmelzen ab
Besonders sichtbar wird der Strukturwandel bei den Standorten: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der Modegeschäfte in Innenstädten sowie Einkaufs- und Fachmarktzentren um 22% zurückgegangen. Mehr als 1.200 Standorte verschwanden seit 2015. Besonders stark betroffen ist der Schuhhandel. Gleichzeitig bleiben viele Flächen leer: Laut Studie finden 42% der geschlossenen Geschäfte keine direkte Nachnutzung.
„Der Modehandel in Österreich steht unter großem Druck. Besonders besorgniserregend ist, dass negative Tendenzen zuletzt sogar an Dynamik gewonnen haben“, warnt Günther Rossmanith, Obmann des Bundesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln. Vor allem steigende Miet-, Energie- und Personalkosten würden viele Händler belasten, während sich höhere Preise im Verkauf kaum durchsetzen ließen.

Auch das Konsumverhalten verändert sich deutlich. Während Mitte der 1990er-Jahre noch mehr als sieben Prozent der Konsumausgaben auf Mode entfielen, liegt der Anteil inzwischen nur noch bei 4,5%. Gleichzeitig wächst der Onlinehandel weiter stark. Laut Studie kaufen mittlerweile 49% der Konsumenten zumindest gelegentlich Mode online. Besonders dynamisch entwickelt sich dabei die ältere Zielgruppe. Selbst bei den 65- bis 74-Jährigen hat sich Online-Shopping zuletzt deutlich etabliert.

Temu und Shein, eine Pein
Zusätzlichen Druck erzeugen internationale Plattformen wie Temu oder Shein. Rund ein Viertel der Konsumenten hat dort bereits Mode bestellt. Die Wirtschaftskammer fordert deshalb strengere Kontrollen bei Zöllen, Sicherheitsstandards und steuerlichen Regelungen.

Kritik richtet die Branche auch an die Immobilienwirtschaft. Laut Rossmanith seien dauerhaft steigende Mieten trotz sinkender Frequenzen wirtschaftlich kaum mehr tragbar. Gleichzeitig brauche es mehr Flexibilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Starre Vororder-Systeme der Modeindustrie erschwerten es Händlern zunehmend, rasch auf Trends oder Nachfrageänderungen zu reagieren. (red)

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