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Mysterium und Mirakel
Redaktion 13.07.2018

Mysterium und Mirakel

Warum Fußballschauen nicht ohne Chips funktioniert, wird mir vermutlich ein ewiges Rätsel bleiben.

Die Handelsspannerin ••• Von Eva Kaiserseder

 

KNUSPRIG. Es ist ein vertrautes Bild: Der Mann und ein Sackerl Big Man Chips, die in salted, friedlich vereint vorm Rechner, Fußball schauend. Und aktuell ist ja, habe ich mir sagen lassen, sogar Fußball-WM. Die mir schon seit der Vorrunde aber sowas von wurscht ist. Denn ich bin bekennende Deutschland-Anhängerin. Fangirl eines Mannes, der nicht nur vor globalem Publikum wesentliche Körperteile auf ihren korrekten Sitz überprüft, sondern auch noch höchst öffentlich im TV popelt, was das Zeug hält. Das sind Qualitäten, die man sonst nur bei einem Zenmönch oder Ähnlichem findet: das Ausblenden und Negieren jeglicher weltlicher Realitäten. Hach, Jogi. Jedenfalls. Superwife, die ich bin, versuche ich am Samstag erwähnte Knabberteilchen für C. zu erstehen. Gehe in zwei Supermärkte. Die Chipsregale sind wie leergefegt, und zwar flächendeckend. Mysteriös. Für eine erkleckliche Anzahl an Menschen scheint der Grundsatz zu gelten: Fußballschauen ohne Chips ist wie die Wiener U1 ohne Gestank. Unvorstellbar. Was C. an seinen großen Männern super findet, weiß ich jetzt jedenfalls: „Weil man da einfach was in der Hand hat.” Womit sich der Kreis zum Fummeljogi aufs Trefflichste schließt. Die Buben wollen halt nur spielen: Ob mit Ball, Bällen oder Chips – völlig egal.

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