WIEN. Laut dem Nachhaltigkeitsbarometer 2026 von EY haben 61 Prozent der befragten Unternehmen Nachhaltigkeit vollständig in ihre Strategie eingebunden – 2025 waren es 51 Prozent.
Kostendruck als größte Hürde
Gleichzeitig erschweren finanzielle Einschränkungen die Umsetzung. 49 Prozent nennen sie als größte Hürde, gefolgt von regulatorischen Anforderungen mit 44 Prozent. Rund vier von zehn Unternehmen sehen inzwischen einen zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
„Auch wenn der Kostendruck in vielen Unternehmen spürbar zunimmt, ist Nachhaltigkeit keine Frage der wirtschaftlichen Großwetterlage mehr, sondern ein fixer Bestandteil unternehmerischer Planung geworden“, sagt Willibald Kaltenbrunner, Partner bei EY denkstatt.
Als wichtigste Treiber nennen die Unternehmen Vorgaben der Konzernzentrale (87 Prozent), gesetzliche und regulatorische Anforderungen (86 Prozent) sowie die persönliche Überzeugung von Entscheidungsträgern (81 Prozent).
Berichtspflichten und Digitalisierung
Nach den Änderungen durch das Omnibus-Verfahren sind 32 Prozent der Unternehmen nicht mehr von der CSRD-Berichtspflicht betroffen. 44 Prozent wollen Nachhaltigkeitsinformationen dennoch freiwillig erfassen und berichten.
„Der Rückgang der CSRD-Berichtspflicht im Zuge der Omnibus-Vereinfachung entbindet Unternehmen nicht von der Notwendigkeit belastbarer Nachhaltigkeitsdaten – Banken, Investoren und große Geschäftspartner fordern diese Informationen ohnehin zunehmend ein“, sagt Kaltenbrunner.
Bei der Digitalisierung besteht noch Nachholbedarf: 43 Prozent nutzen bislang keine entsprechenden Lösungen, während 21 Prozent Künstliche Intelligenz für Datenerfassung, Aufbereitung oder Analyse einsetzen.
„Wer den wachsenden Datenanforderungen bei Nachhaltigkeitsberichterstattung und CO2-Bilanzierung mit begrenzten Ressourcen begegnen will, kommt an digitalen Werkzeugen und KI-gestützter Datenaufbereitung mittelfristig nicht vorbei. Die diesjährigen Zahlen zeigen dabei eine Entwicklung mit zwei Geschwindigkeiten: Österreichs Großunternehmen halten an ihren Nachhaltigkeitsstrategien fest, während ihnen die Umsetzung im Detail zunehmend schwerer fällt. Wer jetzt in belastbare Daten, klare Governance-Strukturen und digitale Prozesse investiert, dürfte künftig unabhängiger von wechselnden Berichtspflichten und Förderregeln dastehen“, sagt Kaltenbrunner. (red)