RETAIL
Solidarische Geste © Rewe International/Gergely

„Zusammenstehen im Handel ist jetzt eine Frage des kaufmännischen Anstands”: Rewe-Vorstand Marcel Haraszti.

© Rewe International/Gergely

„Zusammenstehen im Handel ist jetzt eine Frage des kaufmännischen Anstands”: Rewe-Vorstand Marcel Haraszti.

Redaktion 20.11.2020

Solidarische Geste

Billa und Merkur bieten während des Lockdowns keine „atypischen Warensortimente” zum Verkauf an.

WIENER NEUDORF. Die Rewe Group schränkt ihr Sortiment ein: „Wir wollen nicht auf dem Rücken der Händler, die jetzt im zweiten Lockdown wieder schließen müssen, Umsätze machen”, verkündete Marcel Haraszti, Vorsitzender Billa Merkur Österreich und Vorstand Rewe International – und folgerte konsequent: „Daher werden wir selbstverständlich nur die für den Lebensmittelhandel typischen Warengruppen anbieten.” Zusammenstehen im Handel sei jetzt „eine Frage kaufmännischen Anstands”, so Haraszti.

Begründung

Im ersten Lockdown gab es Abgrenzungsdiskussionen, welche Produkte für den Lebensmittelhandel bzw. Mischbetriebe, die vom Betretungsverbot ausgenommen sind, kein „typisches Warensortiment” darstellen.

Die jetzige Verordnung und ihre Kommentierung gebe klare Leitplanken, dass im Lebensmittelhandel nur Lebensmittel, Sanitärartikel und Tierfutter angeboten werden dürfen, wie die Rewe Group in einer Aussendung erklärt. Andere Bereiche, wie z.B. Blumen, Bekleidung, Elektrogeräte, Spielwaren, seien demnach nicht von der Ausnahmeregelung des Betretungsverbots erfasst, um von der Schließung betroffene Betriebe nicht zu benachteiligen.

Rechtsauffassung

„Für uns alle im Handel ist das Weihnachtsgeschäft die mit Abstand wichtigste Zeit im Jahr. Und es kann nicht sein, dass wir als Lebensmittelhändler den Branchenkollegen jetzt Umsätze wegnehmen, die sie im Weihnachtsgeschäft dann nicht mehr nachholen können”, führte Haraszti weiter aus. Gerade jetzt müsse gewährleistet sein, dass der Handel sich nicht gegenseitig kannibalisiert, zumal ohnehin vor allem der internationale Online-Handel bereits jetzt profitiere.

In 80 Merkur-Filialen werden indes derzeit 14 lokale Spielzeughändler aus sieben Bundesländern mit einer zusätzlichen Verkaufsfläche für Teile ihres Sortiments unterstützt. Inwieweit diese „spezielle Solidaritätsaktion, die uns sehr am Herzen liegt”, aufrechterhalten werden könne, müsse nun (rechtlich) geprüft werden, so der Rewe-Vorstand. In jedem Fall wolle man den Spielzeughändlern die Fläche ab 7. Dezember wieder zur Verfügung stellen. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL