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Ukraine bleibt stark im Getreideexport dpa_Philipp_Schulze
dpa_Philipp_Schulze

Redaktion 15.09.2015

Ukraine bleibt stark im Getreideexport

Landwirtschaft löst die Metallbranche als Hauptdevisenbringer ab.

KIEW. Mit ihren hochwertigen Schwarzerdeböden gilt die Ukraine als potenzielle Kornkammer der Welt. Europas größter Flächenstaat verfügt über etwa 32 Millionen Hektar Ackerfläche und damit über mehr als doppelt so viel wie Deutschland. Allerdings konnte die frühere Sowjetrepublik ihr Potenzial, das sie im vorigen Jahrhundert bereits als Kornkammer Europas gezeigt hatte, durch die immer wiederkehrenden Wirtschaftskrisen, niedrige Produktivität und schwankende Getreideerträge zuletzt nicht mehr realisieren. Erst seit 2011 produziert das Land dauerhaft wieder mehr Getreide als Deutschland. 2014 wuchs der Agrarbereich trotz des Krieges im Donbass und der wirtschaftlichen Not im Land als einziger Sektor und stellte in dem Jahr knapp ein Drittel der Exporte. Von der damaligen Rekordernte mit über 63,8 Mio. t ging etwas mehr als die Hälfte in den Export. Damit stieg das Land in die Gruppe der führenden drei Getreideexporteure weltweit auf - nach den USA und der EU - und übertraf sogar starke Produzenten wie Kanada und Argentinien.

Derzeit löst die Landwirtschaft als Hauptdevisenbringer die Metallbranche ab, die durch den Krieg im Ostteil des Landes stark geschwächt ist. Weltweit führend ist das Land bei der Produktion und dem Export von Sonnenblumenöl. Bei Mais gehört es zu den fünf größten Herstellern. Bei Weizen liegt es unter den ersten zehn. Ein Politikum ist weiter der freie Handel mit Ackerland. Bisher ist der Verkauf offiziell verboten, Kritiker fürchten einen Ausverkauf der Ressourcen. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Produktion von Lebensmitteln immer stärker in den Händen von größeren Konzernen. In einzelnen Bereichen wie der Eier- oder der Hühnerfleischproduktion dominieren an westlichen Börsen gelistete Großunternehmen bis zu 70 Prozent des Marktes. Die Wirtschaftskrise setzt ihnen aber zu. Probleme bestehen vor allem in den südlichen Regionen des Landes mit der Wasserversorgung. Viele der noch aus sowjetischen Zeiten stammenden Kanäle der Bewässerungssysteme müssen erneuert werden. Erosion gefährdet in allen Landesteilen die Fruchtbarkeit der Böden. (APA)

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