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Wie geht es der Bierbranche? © Kurt Keinrath

Seit Mai diesen Jahres hat Florian Berger alle Agenden der Getränkeverbände im Rahmen der WKÖ und damit auch des Verbandes der Brauereien Österreichs übernommen.

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Seit Mai diesen Jahres hat Florian Berger alle Agenden der Getränkeverbände im Rahmen der WKÖ und damit auch des Verbandes der Brauereien Österreichs übernommen.

Redaktion 10.09.2021

Wie geht es der Bierbranche?

Langsam erholt sich die Branche. Welche Themen am meisten drängen, erzählt Verbandschef Florian Berger.

WIEN. Seit Mai 2021 führt Florian Berger die Geschäfte des österreichischen Brauereiverbandes und jene des Verbandes der Getränkehersteller Österreichs. Es sei ihm ein großes Anliegen, die Kommunikation des Bierlandes Österreich in seiner Gesamtheit weiter zu fördern – wissend, dass die heimische Braukultur mit ihrer Vielzahl an großen, kleinen und mittelständischen Brauereien eine sehr heterogene ist, sagt Berger gegenüber media­net. „Die gemeinsamen Themen, die uns alle verbinden, werde ich weiter forcieren – zum Beispiel die Bierkultur in ihrer Vielfalt an Angeboten auszubauen, um sie weiterhin auf dem hohen Niveau zu halten.”

Der Branche gehe es den Umständen entsprechend: Nach wie vor sei die Rückkehr zu einem normalen Gastronomie- und Tourismusbetrieb und zu einer normalen Festkultur das bestimmende Thema. Covid-bedingt hatte sich der Konsum in die eigenen vier Wände verlagert. Unverändert beliebt bei Konsumenten blieb das Lager/Märzen, aber auch alkoholfreies Bier sowie alkoholfreie Biermischgetränke sind auch wieder im Kommen.

Langsam „back to normal”

„Wir registrieren jetzt bei unseren Partnern in der Gastronomie ein langsames ‚back to normal', so Berger. Denn Gaststätten, Biergärten und Restaurants werden unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen wieder verstärkt aufgesucht.
„Wir hatten im vergangenen Jahr ein Minus von rund 170 Mio. Krügerl in der Gastronomie. Dieser Totalausfall ist so schnell nicht aufzuholen. Vor allem kleinere Brauereien sind hier stark betroffen”, so Berger. „Daher ist für uns auch die Forderung nach einer Halbierung der Biersteuer sowie deren Aussetzen für Fassbier nach wie vor am Tisch. ­Darüber hinaus brauchen wir eine Ausweitung der Biersteuermengenstaffel von derzeit 50.000 Hektoliter auf bis zu 200.000 Hektoliter Jahresausstoß.”
Der dadurch ermäßigte Steuersatz würde vor allem den von der Krise besonders hart getroffenen klein- und mittelständischen Brauereien zugutekommen. Der Fachkräftemangel in der Gastronomie bereite der Branche ebenfalls Sorgen – manche Betriebe, die jetzt eigentlich in der Hochsaison sind, müssen infolge Personalknappheit tageweise zusperren.

Mehrweg fördern

In der Produktion setzen immer mehr Betriebe auf den Einsatz erneuerbarer Energien sowie Ressourcenschonung bei Herstellung und Logistik. Der gesamte Mehrweg-Anteil bei Bier beträgt in Österreich 66%. „Bei der Getränkedose unterstützen wir alle Initiativen zur getrennten Sammlung und dem Recycling – schließlich kann eine Aluminiumdose zu fast 100 Prozent ohne Qualitätsverlust recycelt werden”, so Berger. (dp)

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