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Wiener Oblaten: Tradition mit Biss © Original Wiener Oblaten (2)
© Original Wiener Oblaten (2)

Redaktion 27.08.2021

Wiener Oblaten: Tradition mit Biss

Die Spezialität aus der k & k-Zeit punktet mit Qualität, die auch ohne Konservierungsstoffe lange durchhält.

WIEN. Der Wiener Bäcker Otto Sacher war in der k & k-Zeit quasi der Mastermind der Oblate: Er schuf die Rezeptur und reüssierte mit dem Produkt vor allem bei Kurgästen in Karlsbad – damals der Treff der High Society. Indes: Die k & k Hocharistokratie, die zur „Chur” nach Karlsbad pilgerte, goutierte die Leckerei infolge ebenso in der Hauptstadt der Monarchie, also in Wien.

Adresse für Feinschmecker

Somit initiierte der Sohn von Otto Sacher, der in Karlsbad geborene Otto Sacher II, in Wien das Oblatengeschäft und war auch prompt k & k-Hoflieferant. Was heute davon übrig ist, ist Tradition im besten Sinne: Ein kleines Geschäft in der Nähe des Wiener Naschmarkts, auf der Rechten Wienzeile 25-27; keinesfalls ein Geheimtipp, sondern vielmehr die Anlaufstelle für Feinschmecker oder solche, die es werden wollen. Denn bei der Produktion wird ein bewährtes Qualitätsprinzip hochgehalten – und die festen Teigstückchen werden mithin in den historischen Maschinen händisch gebacken. U. a. resultiert eine Haltbarkeit von einem Jahr, obwohl keine Konservierungsmittel verwendet werden.

Mittlerweile wurde auch in Sachen Vermarktung ein wichtiger Schritt gesetzt. Denn zur Zeit des Eisernen Vorhangs stellten auch die Tschechen „ihre” Karlsbader Oblate gern in die Auslage. Mittlerweile gibt es aber eine rechtskräftige EU-Entscheidung, dass nur in Wien nach Originalrezept produziert und weltweit vertrieben werden darf. Andere Rezepte (vulgo: Nachbauten) dürfen nur in Karlsbad und nur mit dem dortigen anderslautenden Rezept und nur für den Raum Karlsbad produziert und vertrieben werden. „Da wir auch international tätig sind, haben wir anlässlich des 100-jährigen Jubiläums auf Original Wiener Oblaten umfirmiert, weil man keiner Firma logisch erklärt kann, dass die Waren in Wien produziert werden, aber Karlsbad heißen”, erläutert Organisator Gert Lagler.

Frisch gestylte Oblaten

Ausgestattet mit neuem Logo sowie mehreren internationalen Prämierungen, blicken die Wiener Oblaten somit positiv in die Zukunft. Denn Tradition made in k & k ist nicht nur verlässlich, sondern auch schick. (red)

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