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Zombieapokalypse
Redaktion 06.11.2020

Zombieapokalypse

Schockstarre statt vorweihnachtliche Konsumfreudigkeit: Wer soll das wie lange aushalten?

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

 

VOLL DANEBEN. Es ist mittlerweile schwierig, eine positive Grundhaltung zu wahren. Terror, Corona, US-Wahl – da wird in diesem Jahr an Grundfesten des gesellschaftlichen Konsens so fest gerüttelt wie lange nicht mehr. Lebens- wie Handelsstrategien lassen sich flugs in die Tonne treten. Weil es stimmt fast gar nix mehr. Und Stehsätze in Richtung „Wir schaffen das!” und „Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen!” kommen für mich doch mit einer gewissen Hohlheit daher, zumal: Die Freiheiten sind doch flugs dran, sich zu verdünnisieren.

Auch das Bild von leeren Einkaufszentren gemahnt mich mehr an die Zombie-apokalypse als an den Umstand, dass Konsum das Lebenselexier unserer Gesellschaft darstellt. Und die Umleitung dieses Lebenselixiers ins Onlinegeschäft ist bekanntlich auch eine Scheinbelebung, welche die Totenstarre in den Innenstädten und Dorfzentren evident beschleunigt.
Auch Erkenntnisse wie „Die Gastronomie belebt die Shoppingcenter” verkehren sich im Lockdown ins Gegenteil. Die Wahrheit ist, dass bloß die Ungewissheit der Zukunft derzeit eine große Gewissheit darstellt. Wie wappnen? Einige Propheten und Weltverschwörer haben die Antwort dazu. Man sollt halt nicht unbedingt drauf hören.

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