REAL:ESTATE
20.02.2015

Versicherer trifft auf moderne Kunst

Lichtspiele Paul Celans „Schliere” als Lichtpunkte

Wien. Seit Montag ist am Uniqa Tower eine neue Lichtbespielung zu sehen: Paul Celans „Schliere” wandert in Brailleschrift um das Versicherungsgebäude. „Kunst am Tower”, Teil zwei, wird bis 6. März von Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht zu sehen sein.

Medium: 7.000 m2 Glasfront

Anlass für die Towerbespielung der besonderen Art ist das 10-jährige Jubiläum des Uniqa Towers. Das Unternehmen präsentierte in Kooperation mit dem mumok (Museum Moderner Kunst) die Reihe „Kunst am Tower”. Junge Künstler der Akademie der bildenden Künste Wien hatten die Möglichkeit, die 7.000 m2 große Glasfassade zu bespielen. Im Rahmen eines internen Wettbewerbs wurden zwei Arbeiten von Studierenden aus der Klasse Kunst und digitale Medien von Constanze Ruhm ausgewählt. Nach Marie Klein und Julia Novacek mit „Ende neu” im November zeigt nun Antoinette Zwirchmayr die Arbeit „Schliere im Auge”. Sie übersetzte Paul Celans Gedicht „Schliere” von 1959 in Blindenschrift und lässt es als Punkteraster um den Tower wandern. „Brailleschrift ist nur durch physisches Abtasten des blinden Lesers entschlüsselbar. Durch die Übertragung in Lichtpunkte wird das Gedicht zwar für sehende Betrachter sichtbar, aber nicht lesbar”, erklärt Zwirchmayr.Die Künstlerin will so deutlich machen, „wie selbstverständlich sehende Menschen das Lesen von Buchstaben hinnehmen”.(ots/hk)

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