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Bildungspflicht: BFI Wien begrüßt ergänzende Angebote für Jugendliche © BFI Wien

Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer BFI Wien

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Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer BFI Wien

Redaktion 04.11.2019

Bildungspflicht: BFI Wien begrüßt ergänzende Angebote für Jugendliche

Franz-Josef Lackinger: „Eine Bildungspflicht darf aber nicht ‚more of the same‘ sein“. Wie es funktionieren kann, zeigen Lernwerkstatt und Überbetriebliche Ausbildung am BFI Wien.

WIEN. Positiv wertet BFI Wien Geschäftsführer Franz-Josef Lackinger die Ankündigung, dass die künftigen Koalitionsverhandlungen auch die Frage aufgreifen, was mit den Schulabgängern passieren soll, die den Pflichtschulabschluss nicht schaffen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass so viele Jugendliche in die Welt entlassen werden, ohne lesen, schreiben und rechnen zu können“.

Vor allem die Überlegungen, im Zuge der Bildungspflicht Kursmodule an den Polytechnischen Schulen oder Angebote aus der Erwachsenenbildung zu nutzen, begrüßt Lackinger: „Eine Bildungspflicht darf nicht ‚more of the same‘ sein.“ Die wenigsten Schülerinnen und Schüler scheiterten an intellektuellen Grenzen, vielmehr seien es die konventionellen Zugänge des teilweise 100 Jahre alten Bildungssystems, für die viele in bestimmten Lebensphasen nicht offen sind, ist Lackinger überzeugt. „Die Jugendlichen, die an diesem System neun Jahre scheitern, brauchen andere, ergänzende Angebote und zusätzliche Chancen, um den Anschluss zu finden.“

Dass dieser Zugang funktioniert, zeigen die Lernwerkstatt des BFI Wien oder die Überbetriebliche Ausbildung: „In der Lernwerkstatt wird den Jugendlichen in sechs Wochen all das beigebracht, das sie sich in den Jahren davor nicht aneignen konnten“, so Lackinger. Der Einsatz modernster Lerntechniken und digitaler Lerntools, sozialpädagogisch geschulte Trainerinnen und Trainer und auf jeden Jugendlichen individuell abgestimmte Lernpläne seien das Erfolgsrezept. Primäres Ziel sei, die Eigenmotivation zum selbstständigen Arbeiten zu fördern: „Bilden kann man sich letztlich nur selber. Daher ist die Motivation das allerwichtigste“, betont Lackinger.

Die nicht abreißen wollende Kritik an den Kosten für die Überbetriebliche Ausbildung oder Angebote wie die Lernwerkstatt hält der BFI Wien Chef für zynisch und schlicht kurzsichtig: „Dem Staat entstehen durch jeden Bildungsabbrecher 1,8 Mio. Euro an zusätzlichen Kosten über die gesamte Lebensdauer. Das sind die Kosten, die wir uns tunlichst nicht leisten sollten.“ (red)

Alle Interessierten, die sich selbst ein Bild von der Lernwerkstatt oder den Überbetrieblichen Werkstätten des BFI Wien machen wollen, wenden sich bitte an Jan Weinrich (j.weinrich@bfi.wien oder +43 1 811 78 – 10355)

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