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Was man gerne macht, macht man gut © Sabine Klimpt

Monica Rintersbacher

© Sabine Klimpt

Monica Rintersbacher

Redaktion 25.02.2022

Was man gerne macht, macht man gut

Freude an der Arbeit ist für Monica Rintersbacher, ­Geschäftsführerin der Leitbetriebe Austria, ein ­wesentlicher Karrierefaktor.

••• Von Britta Biron

WIEN. Als Geschäftsführerin der Exzellenz-Plattform Leitbetriebe Austria zählt ­Monica Rintersbacher zu den heimischen Top-Führungskräften. Im Gespräch mit media­net erläutert sie ihre Sicht auf beruflichen Erfolg und welche Faktoren dabei eine wichtige Rolle spielen.

medianet: Wie definieren Sie beruflichen Erfolg ganz allgemein und speziell in Ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Leitbetriebe Austria?
Monica Rintersbacher: Erfolgreich ist, wer seine Ziele erreicht. Für mich persönlich steht dabei die Freude an der Arbeit stark im Vordergrund. Um erfolgreich zu sein, muss man sich mit den täglich gestellten Aufgaben gut identifizieren können. Ich bin im elften Jahr für Leitbetriebe Aus­tria tätig und bereue keinen einzigen Tag. Diese Karriere bedeutet für mich, in kleinen Meilensteinen wesentliche Beiträge für die österreichische Wirtschaft zu leisten – im Teamwork mit meinen Mitarbeitern, den Leitbetrieben und Partnern.

medianet:
Wo sehen Sie die größten Vor- und Nachteile einer Führungsposition?
Rintersbacher: Ich würde Führung nicht in Vor- und Nachteile kategorisieren – vielmehr muss es der Person liegen. Führen heißt, andauernd Entscheidungen zu treffen – nicht nur für sich, sondern auch für andere. Dies aber auch mit Maß, denn es ist durchaus möglich, eine gewisse Verantwortung und Entscheidungen an die Mitarbeiter zu übertragen. Wichtig dabei ist die Akzeptanz hierfür.

medianet:
Welche Voraussetzungen muss man – abgesehen von einer fundierten Ausbildung – für den beruflichen Aufstieg mitbringen?
Rintersbacher: Eifer, die Bereitschaft, immer ein Stück mehr zu leisten, Neugier, Engagement … und ein gewisses Maß an Risikobereitschaft. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Eine zentrale Rolle spielt die Freude an der Arbeit. Das führt zu einem hohen Engagement, und wenn man seinen Job richtig gut macht, dann ist die Karriere quasi automatisch vorprogrammiert.

medianet: Hatten Sie als Kind einen konkreten Beruf im Auge und war Ihnen schon früh klar, dass Sie Karriere machen wollen?
Rintersbacher: Ich hatte viele unterschiedliche Berufswünsche, wie zum Beispiel Verkäuferin, Taxilenkerin, Physiotherapeutin oder Reitlehrerin. Ich glaube, es war jede Woche etwas anderes. Mir war aber auf jeden Fall klar, dass ich nach der Matura unbedingt studieren möchte, was ich heute nicht unbedingt mehr jedem empfehlen würde – es gibt mittlerweile so viele großartige Ausbildungswege, die möglicherweise bessere Karrierechancen bieten. Es hängt von den jeweiligen Interessen und Berufswünschen ab.

medianet:
Welche Rolle hat bei Ihrer Ausbildungs- und Berufswahl die Familie gespielt?
Rintersbacher: Meine Familie besteht aus Unternehmer- und Managerpersönlichkeiten, das hat mich unheimlich geprägt. Arbeit war immer ein sehr vordergründiges Thema. In jungen Jahren war es für mich klar, den traditionellen Lebensweg zu beschreiten und eine Familie zu gründen. Es ist nicht so gekommen, deshalb habe ich auch viel meiner persönlichen Zeit in die Arbeit investiert. Und wenn Sie mich fragen: Es war so nicht geplant, ich bedauere es aber auch keinesfalls.

medianet:
Wie wichtig für die Karriere sind Unterstützung durch Familie, Freunde und Mentoren?
Rintersbacher: Den Austausch mit vertrauten Personen habe ich schon immer gepflegt und mache es bis heute. Leitbetriebe Austria hat seit meinem Einstieg das Portfolio sehr verändert und erweitert. Hier ist stetiges gemeinsames Reflektieren unbedingt notwendig.

medianet:
Gab es in Ihrem Berufsleben Hürden und Widerstände, mit denen Sie sich speziell als Frau auseinandersetzen mussten?
Rintersbacher: Ich möchte ganz ehrlich und offen sagen: Es gab für mich beruflich niemals Schwierigkeiten, mich als Frau zu etablieren – vielleicht auch deshalb, weil ich nie an das gedacht habe. Mein Gefühl sagt: Man sollte das nicht zu sehr zum Thema machen, denn das führt leicht dazu, in die Opferrolle zu fallen. Die Geschlechterthematik war für mich persönlich nie präsent.

 medianet: Für den Großteil der Frauen trifft das, wie zahlreiche Studien und Umfragen zeigen, aber nicht zu. Stimmt Ihrer Ansicht nach die These, dass Kinder ‚Karrierekiller' sind?
Rintersbacher: Ich sehe, wie viel Energie es braucht, Beruf und Familie zu vereinen. Österreich ist, was die Verantwortungen im familiären Bereich betrifft, noch sehr traditionell. Den Lead in der Kinderbetreuung hat noch die Frau, und diese Denkweise wird sich vermutlich erst in den nächsten ein bis drei Generationen ändern.

Ich möchte aber auch noch auf eines hinweisen: Es gibt Frauen, die die Gründung einer Familie und Förderung ihrer Kinder im Fokus haben, andere wiederum ein hohes berufliches Ziel. Ich bin ein Karrieretyp, aber nicht jede möchte den hohen Preis dafür zahlen bzw. sieht Karriere als Priorität Nr. 1. Es sollte jedem und jeder offen bleiben, zu verfolgen was ihr bzw. ihm besonders wichtig ist.

medianet: Bringt Ihrer Ansicht nach ein hoher Anteil von Frauen in Führungspositionen grundsätzlich mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt und bessere Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen?
Rintersbacher: Hier gibt es unterschiedliche Beobachtungen. Einige Fälle belegen, dass Frauen einander nicht immer unterstützen. Das wird sehr situationsbezogen sein. Wir wissen, dass Männer und Frauen von Natur aus ihre Stärken haben und die sollten alle unbedingt genutzt werden.

medianet:
Wie stehen Sie zu einer verpflichtenen Frauenquote im Management?
Rimtersbacher: Ich halte viel davon, dass die qualifizierteste Person den Job bekommt.

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