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Heimkommen © Hotel Balance/assam

Im Gespräch Andrea Grossmann ist die Seele des Hotel ­Balance, Köchin, Künstlerin und auch Co-Autorin des Buchs „Richtig essen bei Reflux und Sod­brennen”.

© Hotel Balance/assam

Im Gespräch Andrea Grossmann ist die Seele des Hotel ­Balance, Köchin, Künstlerin und auch Co-Autorin des Buchs „Richtig essen bei Reflux und Sod­brennen”.

Redaktion 31.08.2018

Heimkommen

Das Vier-Stern-Superior Spa & Gold Hotel Balance in Pörtschach am ­Wörthersee setzt auf die Vier-Elemente-Lehre, Golf, Wellness und Kulinarik.

PÖRTSCHACH. Der Wörthersee ist der größte See Kärntens und zählt dank seiner klimatischen Lage zu den wärmsten Alpenseen. Wer das türkisblaue Wasser und die den See umgebende Natur erblickt, versteht, weshalb schon im Jahr 1864 wohlhabende Wiener den Wörthersee als Sommerfrische-Region auserkoren.

Über dem Wörthersee in Pörtschach, weg vom lauten Ufer, thront das Vier-Stern-Superior Spa und Golf Hotel Balance. Verschrieben hat sich das Hotel der Vier-Elemente-Lehre; laut dieser besteht alles Sein in bestimmten Mischungverhältnissen aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Das kann sich für den ein oder anderen esoterisch oder gar maßregelnd anhören – das ist es jedoch keinesfalls.

Zwar sind die vier Elemente stets präsent, allerdings im Hintergrund. So sind beispielsweise die Hotelzimmer den jeweiligen Himmelsrichtungen zugeordnet. Wer ein östlich liegendes Zimmer bezieht, wird sich in einem Raum wiederfinden, der ganz im Sinne des Elements Luft mit hellen Farben und Holz eingerichtet ist.

Ein Familienbetrieb

Wer die Seele des Hotels sucht, wird sie in Andrea Grossmann finden; gemeinsam mit ihrem Mann Karl Grossmann fasste sie im Tourismusgeschäft mit zwei Zimmern Fuß. Das war vor 35 Jahren. „Am See sind wir die einzigen, die sich ihr Hotel komplett selbst aufgebaut haben.” Heute können die Gäste des Hotels in verschiedenen Zimmerkategorien nächtigen. Noch heute ist das Hotel in Familienbetrieb, und Sohn Philipp Grossmann hat ebenfalls „Freude an der Gastgeberrolle”, wie Andrea Grossmann im Interview mit medianet erzählt.

Das Interview findet an der Bar des Hauses statt, immer wieder kommen Gäste vorbei, man begrüßt sich mit dem Namen. „Jeder Gast unseres Hotels ist mein persönlicher Gast und wird auch so behandelt”, sagt Grossmann. Das Hotel hat viele Stammgäste, und auch an der Rezeption erkennen sich Gäste und Angestellte wieder. Es ist, als würde man ein Heimkommen beobachten – und wer kommt nicht gern heim?
Im Team hat Grossmann kaum Fluktuation, erklärt sie: „Ich habe kein Personal. Ich habe Mitarbeiter, Mitdenker, Mitgestalter – eine erweiterte Familie.”
Man könnte meinen, ein Spa- und Golf Hotel würde vor allem eine ältere Zielgruppe ansprechen, doch auch viele junge Menschen entspannen sich hier.
Auch in Sachen Auszeichnungen steht das Hotel an der Spitze. Falstaff, Gault Millau und A La Carte haben die Küche des Hotels ausgezeichnet, und der Betrieb selbst zählt zu einem der besten Hotels in Pörtschach. „Wir wissen, dass man von der Spitze auch schnell wieder unten sein kann”, sagt Grossmann, „man muss sich bemühen – wir tun das jeden Tag.”

Authentisch

Im Hotel Balance finden sich überall bemalte Leinwände wieder; sie alle stammen von Grossmann. Sie ist Künstlerin, Haubenköchin und Hotelchefin. „Ich habe das Glück, mich mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen zu dürfen. Ich liebe meinen Beruf. Ich bin eine strenge Chefin und fordere Disziplin, diese aber als erstes von mir selbst.”

Beim Frühstück begrüßen Herr und Frau Grossmann alle Gäste persönlich; sie gehen an die Frühstückstische, fragen nach dem Befinden und Freizeitaktivitäten. Die beiden sind täglich im Haus.

„Die Welt ist sehr klein geworden, man ist schnell auf der anderen Seite des Erdballs. Weshalb also sollten die Menschen hierher zu uns kommen? Weil sie hier eine authentische Gastfreundschaft erwartet, mit Freude am Betrieb, Herzlichkeit und Freude am Tun”, so Grossmann.
Mit welcher Leidenschaft hier gearbeitet wird, erfährt man spätestens, wenn man das Essen aus der Haubenküche kostet. Hier kommen heimische saisonale Produkte auf den Teller. Ist ein „Erde”-Tag, wird es mehr Produkte aus der Erde geben, beispielsweise Kartoffeln oder Karotten, und dunkles Fleisch, erklärt Grossmann. „Natürlich kann der Gast alles haben, was er will, aber wir bieten eben auch an, dass er sich auch nach den vier Elementen ernähren kann.”

Gesamte Bandbreite

Grossmann nimmt ihre Gäste gern mit in die Küche. Konserven wird man hier vergeblich suchen. In dem kleinen Kühlhaus und im Trockenlager finden sich nur selbstproduzierte Produkte – selbstgemachte Marmeladen wie Marille-Lavendel, Schokoladencreme oder herzhafte Aufstriche. Die Haubenküche nutzt die gesamte Bandbreite der Gewürze.

„Alles, was von der Natur geliefert wird, ist sinnvoll für den Körper. Das ist sehr simpel”, erklärt Grossmann; sie hält auch Kochkurse ab, in denen sie nicht nur die Vier-Elemente in die Küche holt, sie beschäftigt sich auch mit Sodbrennen: Grossmann ist nicht nur Autorin von Kochbüchern, sondern hat auch gemeinsam mit dem Arzt Martin Riegler das Buch „Richtig essen bei Reflux und Sodbrennen” geschrieben.

Gesundheit im Vordergrund

Neben der Kulinarik und dem Golfspielen widmet man sich auch ausgiebig dem Thema Wellness, wobei auch hier die Gesundheit im Vordergrund steht. Neben einem Pool und einer Saunenlandschaft finden die Gäste auch ein Spa vor. „Sanitas per aquam, also ‚Gesundheit durch Wasser' wird bei uns ernst genommen. Wir haben in unserem Wellnessbereich sieben Saunen, das längste Schwimmbad in Pörtschach und Top-Therapeuten. Bei uns massieren Physiotherapeuten”, so Grossmann. Natürlich widmet man sich im Hotel Balance auch der Schönheit; hier liegt der Schwerpunkt auf der aktiven Hautzellerneuerung.

Auch in der hauseigenen Bar gibt es alles, was das Herz begehrt. Hinter der Theke steht Marian Kristic, vor allem mit Gin kreiert er hervorragende Drinks und trifft damit einen aktuellen Trend. Auch in Sachen Digitalisierung ist man auf einem aktuellen Stand: „Wir können der Zeit nicht hinterherhinken. Wir würden die jungen Menschen nicht mehr erreichen. Dennoch bin ich der Meinung, dass Urlaub auch eine Auszeit von der Digitalisierung sein muss. Die Zeit und die Möglichkeiten haben sich natürlich verändert – doch der Mensch mit seinen Bedürfnissen ist der gleiche geblieben.” (gs)


Weitere Informationen:
www.balancehotel.at

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